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Actelion ist J&J 30 Mrd. CHF wert

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Der US-amerikanische Pharmakonzern Johnson & Johnson übernimmt das Schweizer Biotech-Unternehmen Actelion für 30 Mrd. CHF.

Die langen Verhandlungen zwischen Actelion und J&J, die zwischenzeitlich schon zu scheitern schienen, haben nun doch zu einer Einigung geführt: Die Amerikaner zahlen mit 280,08 CHF pro Aktie sogar mehr als bislang spekuliert wurde.

Darüberhinaus setzte sich Firmengründer Jean-Paul Clozel mit dem Vorhaben durch, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Actelion aus dem Verkaufspaket herauszulösen und ein Spin-out zu gründen, an dem die Actelion-Aktieninhaber einen Anteil pro Aktie zusätzlich bekommen werden. Dieses Spin-out startet darüberhinaus mit einem Startkapital von 1 Mrd. CaHF, wird an der Schweizer Börse notiert sein und soll „Actelions erfolgreiche Innovationskultur fortsetzen“. Johnson&Johnson erhalte mit 16% und der Option auf weitere 16% „substanzielle“, aber dennoch nur Minderheitsanteile an der neuen, noch namenlosen Firma, die in einer Presseerklärung vorerst nur als „R&D NewCo“ benannt wird und von Clozel selbst sowie dem jetzigen Actelion-Aufsichtsratsvorsitzenden Jean Pierre Garnier geleitet werden soll. Die transferierten Entwicklungsprogramme beschränken sich dabei offenbar nicht nur auf präklinische, sondern auch solche, die sich bereits in frühen klinischen Entwicklungsphasen befinden. Auf das relativ weit vorangetriebene und aussichtsreiche Entwicklungsprojekt ACT-132577, ein Bluthochdruckmedikament, das sich derzeit in Phase II der klinischen Entwicklung befindet, hat sich J&J allerdings bereits eine Option gesichert.

J&J will die Transaktion, laut Presseerklärung, mit Kapitalvermögen finanzieren, das die Firma außerhalb der USA hält. Actelions Firmenpräsenz in der Schweiz soll erhalten bleiben.

Ob sich die Übernahme für die Amerikaner wirklich lohnen wird, bleibt allerdings abzuwarten.

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