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Altinvestoren geben Polyphor Zusage über 40 Mio. CHF

© Designers Factory Basel, Polyphor

Der Schweizer Antibiotika-Entwickler Polyphor hat über eine Privatplazierung 10 Mio. CHF erhalten. Weitere 30 Mio. CHF sind zwar für das zweite Halbjahr 2017 zugesagt – allerdings abhängig vom Urteil der US-Behörde FDA.

Die private Aktiengesellschaft in Allschwil braucht das Kapital, um die beiden Entwicklungsprogramme POL7080 (Antibiotikum gegen P. aeruginosa-Infektionen) und POL6014 (Proteaseinhibitor zur Behandlung von Lungenkrankheiten wie Alpha1-Antitrypsin-Defizienz und von zystischer Fibrose) voranzutreiben. 2013 gelang Polyphor eine Abmachung mit dem Pharmakonzern und Schweizer Nachbarn Roche im Wert von 379 Mio. Euro (465 Mio CHF). Im Rahmen der Vereinbarung zahlte der Pharmakonzern 28,5 Mio. Euro (35 Mio. CHF) vorab an Polyphor und erhielt dafür exklusiven Zugriff auf den Wirkstoff POL7080. Ende 2015 zog sich Roche allerdings wieder zurück. Seitdem treibt Polyphor die Entwicklung von POL7080 ohne Pharmapartner voran.

Der Erlös der Privatplazierung wird vorrangig zur Finanzierung des Geschäftsbereichs Pharma und damit in die Entwicklung des in Phase II der klinischen Prüfung befindlichen, künstlich hergestellten zyklischen Peptids POL7080 (Murepavadin) genutzt. Mit 30 Mio. CHF hängt ein Großteil des in Aussicht gestellten Kapitals von einer Entscheidung der US-Zulassungsbehörde FDA ab. Polyphor erhält den Betrag erst nach dem erfolgreichen Abschluss des Treffens mit der FDA nach dem Ende der Phase II-Studie mit POL7080. Eine kleinere Summe wird in den Konzeptnachweis gesteckt, dass der zu inhalierende Elastase-Inhibitor POL6014 wie erhofft wirkt.

„Die sehr wichtige Unterstützung der Finanzierung durch unsere bestehenden Investoren, einschließlich der erheblichen Unterstützung durch die Ankerinvestoren Varuma AG und Ingro Finanz AG, ist ein wichtiges Zeichen des Vertrauens und der Billigung unserer Strategie. Sie ermöglicht die Umsetzung unserer Mission, Wert zu schaffen durch innovative Medikamente zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen bei Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen“, erklärte Polyphor-Chef Giacomo Di Nepi. Die aktuelle Finanzierung wurde zu 98% von bestehenden Investoren getragen.

Für ein anderes, noch präklinisches Antibiotika-Programm, Breitbandantibiotika gegen multiresistente Gram-negative Bakterien, erhielt Polyphor im Februar eine Zusage über Forschungsgelder in Höhe von 2,3 Mio. CHF durch den Wellcome Trust.

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