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Apogenix freut sich über Abbvies Fortschritt

© Apogenix AG

Ein neuartiger Krebswirkstoff der Heidelberger Apogenix wird in die klinische Prüfung geschickt. Pharmapartner Abbvie rekrutiert für die Phase I-Studie 92 Patienten.

Die Apogenix AG gab Anfang April bekannt, dass Partner Abbvie (Irland) eine klinische Phase I-Studie mit ABBV-621 begonnen hat. Es ist der erste Wirkstoff auf Basis von Apogenix' proprietärer HERA-Technologieplattform, der am Menschen untersucht wird. Für diese Studie werden 92 Patienten mit soliden Tumoren, Non-Hodgkin's-Lymphomen oder akuten myeloischen Leukämien rekrutiert. Sie wird in den USA, der EU und Japan durchgeführt. Im Gegensatz zu Antikörpern sollen laut Apogenix HERA-Liganden weder eine antikörperabhängige zellvermittelte noch eine komplementabhängige Zytotoxizität besitzen. Daher und aufgrund ihrer im Vergleich zu Antikörpern kürzeren Halbwertszeit sollten die HERA-Liganden in der Klinik ein besseres Nebenwirkungsprofil zeigen.

ABBV-621 ist ein Fc-Fusionsprotein. Es besteht aus zwei trimeren TRAIL-Rezeptorbindungsdomänen (TRAIL = TNF-related apoptosis inducing ligand), die mit der Fc-Domäne eines humanen IgG1-Antikörpers fusioniert wurden. ABBV-621 wirkt als reiner Agonist, indem er an TRAIL-Rezeptoren auf Tumorzellen bindet und dadurch deren Apoptose induziert. In Tumor-Xenotransplantat-Modellen zeigte der Wirkstoffkandidat in vivo eine starke Antitumor-Aktivität sowohl als Mono- als Kombinationstherapie.

Im Sommer 2014 hatte Abbvie die weltweiten Rechte für alle von Apogenix entwickelten TRAIL-Rezeptor-Agonisten inklusive ABBV-621 (damals APG-880) erworben. AbbVie ist für die präklinische und klinische Entwicklung dieser Wirkstoffe verantwortlich. Es war der erste Lizenzdeal mit Big Pharma für die Heidelberger. Später folgte noch eine Abmachung mit Canbridge Life Sciences (China) rund um die Entwicklung und Kommerzialisierung von Apogenix’ Leitkandidaten APG101 (Asunercept, Abbildung) in Ostasien.

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