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Ballastabwurf vor Rekordfusion

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Bayer und Monsanto wollen für die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zu ihrer Megafusion Insidern zufolge Firmenteile im Wert von rund 2,5 Mrd. US-Dollar veräußern. Dem Vernehmen nach werde Bayer drei Pakete in der kommenden Woche zum Kauf anbieten.

Offiziell hatten die deutsche Bayer AG und der US-Übernahmekandidat Monsanto bisher erklärt, sie seien bereit, sich von Geschäftsteilen mit einem Umsatz von bis zu 1,6 Mrd. US-Dollar zu trennen. Dass es nun eine knappe Milliarde US-Dollar mehr werden, weiß die Nachrichtenagentur Reuters von „mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen“. Den Anfang März aufgetauchten Gerüchten zufolge will Bayer sich von Soja-, Baumwoll- und Raps-Saaten sowie Saatgut unter der Marke „LibertyLink“ trennen. Was auf Seiten Monsantos abgestoßen wird, ist noch gänzlich unklar. Als Interessent zumindest für einen Teil der Pakete wird der Chemiespezialist BASF gehandelt. Auch Finanzinvestoren dürften mitbieten. Experten geben ihnen aber im Vergleich zu Branchenschwergewichten wenig Chancen. „Transaktionssicherheit ist wichtiger als der Preis“, sagte einer der Insider gegenüber Reuters. Bayer und Monsanto wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

Vergangenen Monat gab Bayer bekannt, dass die bestehenden regulatorischen Hürden für die 66 Mrd. US-Dollar schwere Fusion weiter planmäßig bis Ende des Jahres aus dem Weg geräumt sein werden. Dabei berücksichtigt ist bereits, dass die EU-Kommission eine vertiefte Prüfung der Fusion vornehmen wird. Grundsätzlich gelten die kartellrechtlichen Hürden als überwindbar. Bayers Schwerpunkt liegt in der Agrarchemie (Pflanzenschutzmittel), Monsantos auf genverändertem Saatgut.

Anfang des Monats hatte Bayer einen Teil seiner Beteiligung an der Kunststofftochter Covestro veräußert. Durch den Verkauf von 10,9% der Covestro-Aktien sinkt der Anteil an der Kunststofftochter auf etwas mehr als 53%. Bayer konnte die Papiere nach Händler-Angaben zu 66,50 Euro das Stück an institutionelle Investoren verkaufen und nahm damit knapp 1,5 Mrd. Euro ein, die Bayer gut für die vergangenen September angekündigte Monsanto-Übernahme gebrauchen dürfte.

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