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BASF mit Lizenz zum Schneiden

© Jennifer Doudna/UC Berkeley (USA)

Die BASF SE lizenziert die Genomeditierungstechnologie des Broad-Institutes ein. Damit darf die BASF die CRISPR/Cas9-Genscheren weltweit – aber nicht exklusiv – einsetzen, um neue Produkte in den Bereichen Rote und Grüne Biotechnologie zu entwickeln.

„Die CRISPR/Cas9-Technologie verändert die Spielregeln im Bereich der Genombearbeitung“, sagte Peter Eckes, Präsident Pflanzenforschung BASF Bioscience Research anlässlich der Bekanntgabe der erreichten Übereinkunft Ende März. „Wir sind gespannt auf die neuen Wege, die sie uns für unsere Forschung aufzeigt und die zu neuen Produkten für die Landwirtschaft sowie zahlreiche industrielle Anwendungen führen werden.“ Eckes ist seit Anfang 2015 Chef der von Research Triangle Park in North Carolina (USA) aus geführten Sparte Bioscience Research.

Bereits im September 2016 hatte der US-Konkurrent Monsanto mit dem Broad-Institut des Massachusetts Institute of Technology und der Harvard-Universität ein ähnlich gelagertes Lizenzabkommen geschlossen.

Casebia, das gemeinsame Genome-Editing-Start-up von Bayer und CRISPR Therapeutics, konzentriert sich zwar auf die Anwendung in drei therapeutischen Feldern. Geht das Einsatzgebiet aber perspektivisch über den medizinischen Einsatz hinaus, zum Beispiel in Richtung Landwirtschaft, hat die Bayer AG alleinigen Zugriff auf jene Produkte. CRISPR Therapeutics besitzt im Gegenzug die Exklusivnutzungsrechte für alle medizinischen Therapien ab Produkt Nummer vier. Casebias Arbeit basiert auf den Patenten von Genomeditierungspionierin Emmanuelle Charpentier, der Universität Wien und der Universität Berkeley in Kalifornien. Dieses Patentpaket steht in Konkurrenz mit dem des Broad-Institutes. In der Frage, welches der beiden Patente die entscheidende Basis für den Einsatz der Genomeditierungstechnologie in eukaryotischen Zellen bildet, steht es derzeit unentschieden. In den USA entschieden die Richter jüngst im Sinne des Broad-Institutes, das Europäische Patentamt Ende März hingegen im Sinne von Charpentier und den Universitäten Wien und Berkeley.

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