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Biogen holt Siemens ins Boot

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Die Siemens Healthineers und der US-Pharmakonzern Biogen kombinieren ihr Know-how, um belastbarere Daten zu wichtigen Biomarkern rund um Krankheitsaktivität und -verlauf bei der Multiplen Sklerose zu erlangen.

Konkret werden sich Teams von Siemens Healthineers in Erlangen und Lausanne mit Biogen-Teams in Boston dem Projekt widmen. Bei der Zusammenarbeit steht die Auswertung von Magnetresonanztomogrammen an erster Stelle. Hier kann Siemens mit seinem Wissen rund um die medizinische Bildgebung punkten. Biogens Schwerpunkt liegt auf der Therapie neurologischer und Autoimmunerkrankungen. Das Unternehmen ist seit zwei Jahrzehnten einer der führenden Lieferanten und Entwickler von Therapielösungen für Patienten mit Multipler Sklerose (MS). Prominentestes Beispiel dürfte der monoklonale Antikörper Tysabri (Wirkstoff: Natalizumab) sein. Mit der Siemens-Kooperation will Biogen seinem langjährigen MS PATH-Programm einen neuen Baustein hinzufügen. MS PATH vereint Daten aus mehreren Quellen zu einem klinischen Set, unter anderem Daten zu MS-Patienten, aus der bildgebenden Diagnostik und Therapieentscheidungen.

Als Ziel gibt Christoph Zindel, Geschäftsführer Magnetresonanztomographie (MRT) bei Siemens Healthineers, aus, „eine Lösung zu schaffen, die in die bestehenden Arbeitsabläufe in der Radiologie integriert und dadurch nahtloser Bestandteil der Routineversorgung werden kann“. Dabei soll der behandelnde Neurologen neue, wertvolle Informationen erhalten, das Gesundheitssystem aber nicht mit zusätzlichen Kosten belastet werden.

Die qualitative Auswertung durch Ärzte erfolgt anhand eines Vergleichs aktueller und früherer MRT-Aufnahmen. Siemens verweist auf Studien, die darauf hindeuten, dass auch quantitative MRT-Messungen Informationen zu Krankheitsprognose und Behandlungsergebnissen liefern können. Allerdings seien Technologien für die quantitative Messung mit der für MS erforderlichen Präzision und Empfindlichkeit gegenwärtig normalerweise nur in Forschungsumgebungen verfügbar. Die beiden Partner hoffen, dass mit der Entwicklung und Validierung automatisierter MRT-Anwendungen zur Quantifizierung wichtiger Biomarker für MS, einschließlich neuer T2-Läsionen und Gehirnatrophie, die Patienten am Point-of-Care von der Verfügbarkeit aussagekräftigerer Daten profitieren können.

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