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Boehringer und Novozymes brüten etwas aus

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Der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim und der dänische Enzymspezialist Novozymes wollen gemeinsam probiotische Produkte entwickeln und produzieren. Sie sollen der Geflügelindustrie helfen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren.

Die strategische Zusammenarbeit wurde Ende März verkündet. Sie umfasst die Entwicklung und Vermarktung von Probiotika, die von der Geflügelindustrie vor allem für die Ernährung der Küken genutzt werden soll. Probiotika sind nichts anderes als nützliche Mikroorganismen, die dem Futter beigemengt werden. Sie stabilisieren die Darmflora der Tiere, verbessern deren Gesundheit und beschleunigen zudem deren Wachstum. Damit können sie zumindest teilweise die Aufgabe der wachstumsfördernden Antibiotika übernehmen. Deren Einsatz wird derzeit – auch politisch forciert – überall zurückgefahren, um der für die menschliche Gesundheit problematischen Antibiotikaresistenzen von Krankheitserregern Herr zu werden. Teil der Vereinbarung ist auch Floramax. Dieses bestehende probiotische Produkt von Novozymes wird künftig von Boehringer weltweit vertrieben. Floramax wird den Küken über das Trinkwasser angeboten.

„Wir freuen uns, mit Boehringer Ingelheim zusammenzuarbeiten, um eine Reihe von probiotischen Lösungen für Geflügel zu entwickeln, die die Nachhaltigkeit in der Branche verbessern werden“, sagte Susanne Palsten Buchardt, Vizepräsidentin Animal Health & Nutrition bei Novozymes. „Durch die engen Bande Boehringer Ingelheims mit Großproduzenten erhält Novozymes wertvollen Zugang zu neuen Vertriebskanälen und Kunden, von denen viele nach nachhaltigen Alternativen zu Antibiotika suchen.“

Boehringer Ingelheims Sparte Animal Health ist eigenen Angaben zufolge die Nummer 2 in der Welt im Bereich Tiergesundheit. Von den 50.000 Angestellten des Pharmakonzerns arbeitet ein Fünftel für diese Sparte. Zuletzt wurde dieser Bereich durch einen Tausch von Geschäftsbereichen mit Sanofi ausgebaut. Boehringer gab sein Endkundengeschäft mit nicht-verschreibungspflichtigen Humanarzneimitteln ab und erhielt dafür Merial, Sanofis Tiergesundheitsgeschäft. 59% des Umsatzes macht Boehringer mit Produkten für Haustiere wie Hunde und Pferde, 41% mit Produkten für die Tierzucht.

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