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Broads CRISPR-Patent gestärkt

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Im Streit um die Patente für die Genscherentechnik CRISPR-Cas9 hat das Broad-Institut einen Etappensieg errungen.

Die US-Patentbehörde hat die Patent-Interferenz-Klage der Universität von Kalifornien, Berkeley (UC Berkeley), gegen ein CRISPR-Patent des Broad-Instituts in Cambridge, Massachusetts, zurückgewiesen. Indirekt wird damit die Rechtmäßigkeit des im Eilverfahren eingereichten Broad-Patents bestätigt.

Der Aktienkurs der Biotech-Firma Editas, die eine exklusive Lizenzvereinbarung mit dem Broad-Institut hat, stieg daraufhin um fast 30%. Die Kurse von Intellia und CRISPR Therapeutics fielen. Sie greifen auf die Patente der Forscherinnen Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier zurück, die 2013 von der UC Berkeley und der Universität Wien, wo Charpentier zum Zeitpunkt der Entdeckung gearbeitet hatte, zur Erteilung eingereicht wurden. Darin wird der Patentschutz für die Verwendung von CRISPR nicht nur in prokaryotischen, sondern auch in eukaryotischen Zellen beansprucht. Letzteres soll auch das Patent von Feng Zhang, Forscher am Broad-Institut, schützen. Der Behörde zufolge mache das Broad-Patent deutlich genug, dass es sich „nicht auf die gleiche Erfindung“ beziehe wie das UC-Berkeley-Patent, dass CRISPR-Cas9-Systeme „nicht auf ein bestimmtes Milieu beschränke“.

Zwar stützt die Entscheidung der Behörde die Ansprüche des Broad, die Chancen des Patentantrags der UC Berkeley sieht Jennifer Doudna trotzdem nicht gefährdet. „Wir sind zuversichtlich, dass unser Patent erteilt wird“, sagte  die Forscherin der Los Angeles Times. Nach der Entscheidung über die Überschneidung mit dem Broad-Patent könne das UC-Berkeley-Patent nun im Verfahren voranschreiten. Dann könnte die Situation eintreten, dass Firmen, die mit der CRISPR-Technik in eukaryontischen, also auch menschlichen Zellen arbeiten wollen, sowohl Lizenzen auf das Broad-Patent, als auch vom Patent-Konsortium um die UC Berkeley brauchen.

Noch hat die UC Berkeley allerdings die Möglichkeit, gegen den Beschluss der Patentbehörde Einspruch einzulegen. Darüber habe die Universität jedoch noch nicht entschieden, so Doudna.

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