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CARB-X startet, Evotec gewinnt

© CARB-X

Die ersten elf Firmen, die von der Forschungsförderung durch das CARB-X (Combating Antibiotic Resistant Bacteria)-Programm profitieren, stehen fest. Darunter ist auch Evotecs Partner Forge Therapeutics, Inc., der 4,8 Mio. US-Dollar erhält.    

Insgesamt wurden Ende März in einer ersten Runde 48 Mio. US-Dollar verteilt, von denen die elf Projekte 24 Mio. US-Dollar sofort und weitere 24 Mio. US-Dollar nach Absolvieren bestimmter Entwicklungsetappen erhalten. Forge wird besagte Förderung einsetzen, um das LpxC-Projekt im Bereich gramnegativer Antibiotika zur Behandlung bakterieller Infektionen voranzutreiben. Das Unternehmen in San Diego (USA) erhält eine Vorabzahlung von 4,8 Mio. US-Dollar über 15 Monate und nach diesem Zeitraum eine weitere Zahlung in Höhe von 4,0 Mio. US-Dollar bezogen auf erreichte Meilensteine. Damit ist Forge der größte Nutznießer der ersten Runde. Die anderen Projekte erhielten eine weniger üppige Förderung. Die meisten der ausgezeichneten elf Projekte stammen von Firmen aus den USA, drei von britischen Biotech-Unternehmen.

Durch die Nachricht kletterten die Evotec-Aktien auf ein 5-Jahres-Hoch von 9,38 Euro. Im Dezember 2016 war die Hamburger Aktiengesellschaft eine strategische Allianz mit Forge eingegangen, um LpxC als antibakterielle Zielstruktur voranzutreiben. Die Allianz richtet sich in erster Linie auf die Leitstrukturoptimierung dieser Inhibitoren durch Evotec, um in den nächsten Jahren einen Entwicklungskandidaten zu identifizieren. „Die Auswahl von Forge durch CARB-X als einen der ersten Partner, geht mit unserer Einschätzung einher, dass Forge die innovative Technologie sowie das Potential hat, dieses Programm in die Klinik zu bringen“, erklärte Mario Polywka, Chief Operating Officer von Evotec. Forge ermittelt niedermolekulare Inhibitoren, die auf Metalloenzyme einwirken. Forges führendes Programm ist auf das zinkhaltige Metalloenzym LpxC ausgerichtet, das nur in gramnegativen Bakterien vorkommt.

CARB-X startete im August 2016 als eine der weltweit größten öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP), die sich auf präklinische Wirkstoffforschung und Entwicklung neuer antimikrobieller Produkte konzentriert. Es handelt sich um eine gemeinnützige ÖPP, die von der Boston University School of Law geführt wird. Bis 2021 soll über die ÖPP ein Betrag in Höhe von 450 Mio. US-Dollar in die antibakterielle Forschung und Entwicklung gesteckt werden. CARB-X wurde von BARDA und NIAID vom U.S. Department of Health and Human Services (beide USA) gemeinsam mit dem Wellcome Trust (GB) gegründet, einer globalen, gemeinnützigen Stiftung. 

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