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Gemeinsam gegen Psoriasis

© Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI)

Die Martinsrieder Immunic GmbH arbeitet zusammen mit Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI) an der Entwicklung neuer Wirkstoffkandidaten gegen Autoimmunerkrankungen. 

Die Partner verkündeten ihre jüngst angelaufene Kooperation Anfang Februar. Immunic hat eine Reihe von Substanzen im firmeneigenen Portfolio, die den sogenannten RORγt Rezeptor (retinoic acid receptor related orphan receptor gamma) selektiv blockieren können, aber bislang noch nicht fokussiert Richtung Klinik getrieben werden. Doch sie haben das Potenzial, entzündungsfördernder Botenstoffe zu drosseln. Ob dieser Ansatz tatsächlich therapeutisch nutzbar ist, wollen die Martinsrieder nun gemeinsam mit den Fraunhofer-Forschern vom IZI am Standort in Halle/Saale innerhalb der nächsten zwei Jahren herausfinden. „Unser Ziel ist es, einen oder mehrere Wirkstoffkandidaten soweit zu überprüfen, dass anschließend im Rahmen von klinischen Studien deren Wirksamkeit im Patienten untersucht werden kann“, erläutert Mirko Buchholz, Projektleiter am Fraunhofer IZI. Als erste Indikation adressieren die Forscher Schuppenflechte, eine Autoimmunkrankheit die vor allem zu Entzündungen der Haut führt.

Immunic wurde im April 2016 aus der 4SC AG heraus ausgegründet, um alle nicht-onokologischen Programme der Firma weiterzuführen. Angetrieben wird die junge Ausgründung von Profis: Der frühere CSO von 4SC, Daniel Vitt, ist der Geschäftsführer von Immunic. Mit an Bord sind auch Chief Medical Officer Andreas Mühler, der zuvor Interims-CMO bei Millennium Pharmaceuticals in Boston war, sowie der Business Development Experte Manfred Göppel, der zuvor ebenfalls lange Jahre bei 4SC gearbeitet hat. Bei Immunic sollen nun vor allem zwei Projekte im Fokus stehen: Der Wirkstoff IMU-838 werde noch im ersten Quartal 2017 in die Phase I der klinischen Prüfung starten, sagte Gröppel bei Gründung gegenüber |transkript. Für Ende 2017 sei dann die Phase II-Studie mit Morbus-Crohn-Patienten geplant. Der zweite Wirkstoff, IMU-366, soll gegen Schuppenflechte eingesetzt werden. „Die Substanz zeichnet sich dadurch aus, Zytokine besonders gut zu inhibieren und reichert sich vor allem in der Haut an“, sagt Gröppel.

Die Fraunhofer-Kooperation ist nun die jüngste von zwei Meldungen in diesem Jahr. Erst vor zwei Tagen teilte Immunic mit, dass es weitere 4 Mio. Euro durch den neuen Investor IBG Risikokapitalfonds II GmbH & Co. KG einwerben konnte. Damit erhöhte das junge Unternehmen seine Serie A-Finanzierung auf 21,7 Mio. Euro. „Dieser Schritt ist besonders wichtig für die zügige Weiterentwicklung unserer beiden Hauptprodukte IMU-838 und IMU-366 zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen“, erklärt CEO Vitt.

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