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Geneuro beginnt Phase II-Studie in Diabetes-Patienten

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Die Schweizer Geneuro SA hat ihre zweite Phase II-Studie gestartet. Der Leitkandidat GNbAC1 wird in Australien an 60 frisch diagnostizierten Diabetes Typ I-Patienten getestet.

Das Unternehmen hat sich auf die Therapie von Autoimmunerkrankungen, insbesondere Multiple Sklerose (MS) und Diabetes, spezialisiert. Wichtigster Wirkstoffkandidat ist der monoklonale Antikörper GNbAC1, der sich derzeit in der klinischen Phase IIb in der Indikation MS befindet. Die Ergebnisse der Studie CHANGE-MS werden für das vierte Quartal 2017 erwartet. Mitte April hat Geneuro GNbAC1 in die Phase IIa einer zweiten Indikation geschickt: Diabetes Typ 1. Die Ergebnisse der plazebokontrollierten Studie sollen im 3. Quartal 2018 vorliegen. Das Immunmolekül GNbAC1 zielt darauf ab, die neurodegenerativen und Entzündungsprozesse zu stoppen, die durch die überschießende Immunantwort hervorgerufen werden. Zu diesem Zweck bindet GNbAC1 an das Protein MSRV-Env, welches im Rahmen der Krankheit vermehrt gebildet wird. Bei Diabetes sammelt sich MSRV-Env bei mehr als 50% der Patienten in der Bauchspeicheldrüse an.

Im November 2014 sicherte sich Servier mit einem Optionsvertrag den Zugriff auf das Molekül. Der Vertrag umfasst nach Angaben Serviers allein die Indikation Multiple Sklerose und ist für alle Länder außer den USA und Japan gültig. Sollte GnbAC1 den Markt erreichen, könnten sich die Zahlungen auf mehr als 362,5 Mio. Euro zuzüglich Umsatzbeteiligung belaufen. Bis Mitte März 2016 hat Servier rund 37,5 Mio. Euro an Geneuro überwiesen. Beim Börsengang vor rund einem Jahr an der Euronext in Paris sammelte die in Plan-les-Ouâtes nahe Genf ansässige Jungfirma 33 Mio. Euro ein.

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