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Gewinner bei Stada-Übernahmepoker steht fest

© Stada Arzneimittel

Die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven Partners haben das Wettbieten um die deutsche Pharmafirma Stada gewonnen. Am Ende mussten sie 5,3 Mrd. Euro aufbieten.

Nach vier Monaten Verhandlungszeit kündigte das US-amerikanische Investorenduo Bain Capital Private Equity LP und Cinven Partners LLP Anfang April an, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der Stada Arzneimittel AG in Bad Vilbel abzugeben. Vorstand und Aufsichtsrat von Stada wollen das Übernahmeangebot der Beteiligungsunternehmen unterstützen und betonten, dass die Transaktion im besten Interesse des Unternehmens sowie seiner Aktionäre und Mitarbeiter ist. Damit dürfte der Übernahmepoker um Stada beendet sein. Bain und Cinven setzten sich gegen das ebenfalls interessierte Team der US-Investoren Permira und Advent durch. Stada-Chef Matthias Wiedenfels begründete die Entscheidung nicht nur mit dem attraktiven Preis: „Vielmehr haben wir weitreichende Schutzzusagen für unsere Mitarbeiter durchgesetzt.“ Laut Wiedenfels tragen die Käufer Stadas vorhandene Wachstumsstrategie bis mindestens 2021 mit.

Bain und Cinven bieten den Aktionären von Stada eine bare Gegenleistung in Höhe von 65,28 Euro je Aktie zuzüglich der vom Stada-Vorstand vorgeschlagenen Dividende für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von 0,72 Euro je Aktie. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von 48,9% auf den unbeeinflussten Schlusskurs am 9. Dezember 2016, dem letzten Aktienkurs vor dem Aufkommen von ersten konkreten Übernahmegerüchten. Das von Bain und Cinven vorgelegte Angebot bewertet somit das Eigenkapital von Stada mit rund 4,1 Mrd. Euro. Die zugrundeliegende Unternehmensbewertung beträgt rund 5,3 Mrd. Euro. Damit ist die Übernahme laut Handelsblatt die zweitgrößte jemals in Deutschland gestemmte Transaktion von Finanzinvestoren.

Mit dem nun zu erwartenden offiziellen Übernahmeangebot wollen Bain und Cinven 75% der Anteile einsammeln. Analysten zufolge dürfte das gelingen, da die Aktionäre mehrheitlich hinter dem Deal stehen. Der Kaufpreis beträgt das 40-Fache des Nettogewinns des vergangenen Jahres und das 23-Fache des bereinigten Gewinns. Der hohe Preis dürfte dabei weniger auf die Exzellenz Stadas als vielmehr auf den derzeit herrschenden Anlagedruck unter Investoren zurückzuführen sein.

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