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GVO: Neue Definition nötig?

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Fallen Pflanzen, die per Genome Editing verändert wurden, noch unter das Gentechnik-Gesetz? Mitte Februar hatten der Deutsche Ethikrat, die Leopoldina und die Deutsche Forschungsgemeinschaft zu einer öffentlichen Debatte geladen.

Mutationen, welche durch die neuen Verfahren des Genome Editing, darunter auch CRISPR-Cas9, in Pflanzen ausgelöst werden, unterscheiden sich nicht von Mutationen, die auf natürlichem Weg in der Pflanzenevolution stattfinden. Das macht es schwer, sie nachzuweisen und zu regulieren. Stellt sich also die Frage: Sind diese Pflanzen noch als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu bezeichnen oder nicht?

Der Max-Planck-Direktor und Tübinger Pflanzengenetiker Detlef Weigel machte seine bereits früher geäußerte Position zur Regulierung klar. „Pflanzen, die sich vom Ergebnis natürlicher Kreuzungen nicht ohne weiteres unterscheiden lassen, dürfen nicht als gentechnisch verändert gelten. “ Derzeit würde Genome Editing jedoch vor allem eingesetzt, um Gene zu inaktiveren – meistens solche, die für die Pflanze ungünstige Eigenschaften haben.

Der Bonner Jurist Tade Matthias Spranger verdeutlichte, wie komplex das für die nationale Gesetzgebung maßgebliche europäische Gentechnikrecht ist. Es sei jedoch von einem prozessbasierten Ansatz geprägt, d. h. relevant für die Regulierung sei also das Herstellungsverfahren der Nutzpflanze

Die nationale Politik schaut indes zum Europäischen Gerichtshof: Den Richtern in Luxemburg wurde kürzlich die Frage vorgelegt, ob die Erzeugung von Mutationen an einer gezielten Stelle im Erbgut von Organismen mittels Genome Editing unter das Gentechnikrecht fällt. Mit einem Urteil wird nicht vor 2018 gerechnet.

Im kommenden |transkript-Magazin 3/17 können Sie ein Pro & Kontra über die Einstufung von CRISPR & Co. als GVO lesen.

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