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Merck nach neun Jahren am Ziel

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Fast zehn Jahre lang war die Durststrecke. Doch nun hat Merck wieder eine Zulassung für ein neues Medikament in der Tasche. Die US-Behörde FDA gab das OK für Avelumab.

Damit ließ die Behörde erstmals ein Medikament gegen das metastasierte Merkelzellkarzinom zu, eine seltene und bösartige Form des Hautkrebses. Die EU-Zulassung für diese Indikation soll noch in diesem Jahr folgen. Zwar war die FDA-Entscheidung für das Immuntherapeutikum mit dem Handelsnamen Bavencio für das Frühjahr anberaumt, doch so früh hatte sie kaum einer erwartet. Die Gesundheitsbehörde hatte das von der Merck KGaA gemeinsam mit der US-Pharmafirma Pfizer entwickelte Medikament im beschleunigten Verfahren geprüft und erteilte ihm sowohl den Orphan-Drug- als auch den Break-Through-Therapy-Status.

Laut dem National Cancer Institute wird jedes Jahr bei rund 1.600 Menschen in den USA ein Merkelzellkarzinom diagnostiziert. Lokale Tumoren werden chirurgisch entfernt, doch bei rund der Hälfte der Patienten tritt der Krebs wieder auf, und mehr als 30% entwickeln am Ende eine metastatische Erkrankung. Für diese Gruppe steht nun Bavencio zur Verfügung. Die Patientenpopulation ist zwar überschaubar, doch andere Studien in weiteren Indikationen laufen noch. Erst im Februar hatte die FDA Avelumab in der Indikation lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Urothelkarzinom zur beschleunigten Prüfung angenommen.

Für den Einsatz bei Merkelzellkarzinomen erwarten Analysten für die kommenden zehn Jahre Umsätze von rund 300 Mio. Euro. Avelumab mit allen Indikationen könnte sich mit 2,5 Mrd. Euro zu einem Blockbuster entwickeln.

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