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Millionen für das „Tübiom"

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Der Alleingesellschafter der Asklepios-Kliniken beteiligt sich an der Cemet GmbH und investiert in deren Mikrobiom-Datenbank „Tübiom“.

Die auf die Genomanalyse von Mikroorganismen spezialisierte Cemet GmbH in Tübingen hat einen finanzkräftigen Investor vom Nutzen ihrer im Aufbau befindlichen Mikrobiom-Referenzdatenbank, dem „Tübiom“, überzeugt. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Cemet GmbH hat sich der Gründer und Alleingesellschafter der Asklepios-Klinikkette Bernard große Broermann Anfang Januar mit rund 40% an Cemet beteiligt. Laut Dirk Biskup, kaufmännischer Geschäftsführer der Cemet, handelt es sich um einen einstelligen Millionenbetrag. „Damit dürften wir die am höchsten bewertete Mikrobiom-Firma in Deutschland sein“, sagte Biskup im Gespräch mit |transkript.de. Cemets Gründungsgesellschafter, die Professoren Ingo Autenrieth, Daniel Huson und Detlef Weigel sowie die Tübinger Cegat GmbH, halten 55,6% der Anteile.

Mit dem frischen Geld soll das laufende Tübiom-Projekt finanziert werden, bei dem das Darmmikrobiom von 10.000 Freiwilligen charakterisiert wird. Das Ziel ist, die Zusammenhänge zwischen Darmflora, Gesundheit und Lebensstil besser zu verstehen. „Rund 5.000 Proben sind eingesammelt und erste Sequenzierungen wurden erfolgreich durchgeführt“, sagt Biskup. Ein Teil des Betrags sei schon für das Nachfolgeprojekt reserviert. „Lebensstile unterscheiden sich von Land zu Land. Mit den Tübiom-Daten haben wir bald aussagekräftige Informationen für eine Region Deutschlands, eine weitere soll nun hinzukommen“, sagt Biskup, ohne jedoch zu verraten, wo die zweite Großanalyse begonnen werden soll. 

Der Einstieg Broermanns sei aber nicht nur wegen des Geldes ein Glücksfall, versichert Biskup. Mit 150 medizinischen Einrichtungen in 14 Bundesländern und mehr als zwei Millionen behandelten Patienten jährlich ist die Klinikkette vor allem ein strategischer Partner. So hätten sich Broermanns Asklepios und Cemet darüber verständigt, gemeinsam zu forschen. Cemet stellt seine Referenzdatenbank bereit und über Asklepios wird der Kontakt zu an Mikrobiom-Analysen interessierten Patienten hergestellt. Die Partner hoffen, dass sich so klinisch relevante Assoziationen zwischen Mikrobiom und bestimmten Krankheiten ermitteln lassen.

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