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Neue Struktur: Merck betont einzelne Sparten

Die Darmstädter Merck KGaA will die Segmente Healthcare, Life Sciences und Performance Materials im kommenden Jahr in eigene Tochtergesellschaften unter dem Konzerndach ausgliedern.

Der Konzern hob bei der Vorstellung der Pläne Mitte Mai hervor, dass damit die Komplexität der jetzigen Unternehmensstruktur reduziert werden soll – insbesondere in der Zentrale in Darmstadt, wo 10.000 der 50.000 Mitarbeiter konzentriert sind. Die Steuerungs- und Planungssysteme der KGaA waren bislang alle für die Anforderungen in der Zentrale optimiert. Den Bedürfnissen anderswo verankerter Unternehmensbereiche werde derzeit nicht mehr in optimaler Weise nachgekommen, so Merck in einer Mitteilung. Das soll sich ändern, wenn aus bisher einem sogenannten Enterprise Resource Planning (ERP)-System für alle drei Geschäfte dann drei maßgeschneiderte ERP-Systeme für die Unternehmensbereiche Healthcare (Arzneimittel), Life Sciences (Laborbedarf) und Performance Materials entstehen. Die Umsetzung der Vorhaben soll zu weiten Teilen im Geschäftsjahr 2018 erfolgen.

Zwar ist die Hoffnung, auf diese Weise von den globalen Wachstumschancen der drei Geschäfte langfristig bestmöglich profitieren zu können. Allerdings betonte Stefan Oschmann, der Vorsitzende der Geschäftsleitung, dass man sich „weiterhin als ein Merck verstehe und auch so handele“. Eine Ausgliederung von Konzernbereichen – für einen Verkauf oder einen Börsengang – stehe aber nicht zur Diskussion. Auch wird es keine eigenständigen Bereichsvorstände für die drei Teilbereiche geben. Wie ein Sprecher erläuterte, sollen die Tochtergesellschaften dabei unter dem Dach der aktuellen Rechtsform der Merck Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) bleiben. Demzufolge wird auch keine Holding-Struktur aufgebaut.

Die Aktionäre müssen auf der Hauptversammlung im Mai 2018 dem Transfer der Mitarbeiter in die neuen Gesellschaften zustimmen.

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