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Noxxon treibt Kombinationsstudie voran

© NCT/Frank Ockert

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg wird Noxxons Phase I/II-Kombinationsstudie mit Leitkandidat NOX-A12 und Pembrolizumab von Merck & Co. durchführen. Zielindikationen sind das metastasierte Pankreas- und Kolorektalkarzinom.

Die in Berlin ansässige Biotech-Firma Noxxon verliert keine Zeit. Nachdem sie im Dezember 2016 eine Zusammenarbeit mit Merck & Co (USA) bei einer klinischen Studie zur Evaluierung von Noxxons Wirkstoffkandidaten NOX-A12 und Mercks anti-PD-1-Inhibitor Keytruda (Pembrolizumab) angekündigt hatte, wurde Anfang Mai die Finanzierung der Studie gesichert. Dafür hatte Noxxon eine Privatplazierung in Höhe von 1 Mio. Euro mit einem Rabatt von 29,2% je Aktie durchgeführt, bei der bestehende Investoren und der neue Investor YA II PN Ltd Investment Fund zum Zuge kamen. Investor YA II PN (Kaimaninseln), der in der Vergangenheit auch schon Finanzierungen für Wilex und Epigenomics gestemmt hatte, kaufte zudem eine Wandelanleihe von Noxxon in Höhe von bis zu 10 Mio. Euro. Mitte Mai kündigte Noxxon schließlich die Zusammenarbeit mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg an. Auf Basis der unterzeichneten Kooperationsvereinbarung wird das NCT eine klinische Studie zur Prüfung von Noxxons Hauptkandidaten NOX-A12 in Kombination mit Keytruda bei metastasiertem Pankreas- und Kolorektalkarzinom durchführen. Neben dieser Phase I/II-Kombinationsstudie plant Noxxon eine weitere Kombinationsstudie mit NOX-A12 und Strahlentherapie für die Behandlung von Glioblastomen.

Dirk Jäger, Geschäftsführender Direktor des NCT Heidelberg, hofft, dass basierend auf dieser Studie künftig einmal Patienten profitieren können, die nur wenige brauchbare Behandlungsoptionen haben: „Für uns ist wichtig, dass die Studie uns dabei helfen wird, ein besseres Verständnis dafür zu erhalten, wie NOX-A12 die Tumormikroumgebung modifizieren kann, sie zugänglicher für das Immunsystem machen und so die Tumorzerstörung erleichtern kann.”

Die Noxxon Pharma N.V. hat ihren Sitz in Amsterdam (Niederlande) und das Büro in Berlin. Seit September 2016 ist die Firma an der Alternext in Paris gelistet – ohne ein IPO und öffentliches Angebot. Der Wert einer der rund 2 Millionen Aktien betrug am ersten Börsentag 21,50 Euro, was einen rechnerischen Unternehmenswert von etwa 44 Mio. Euro ergibt – eine eher enttäuschende Einstufung. Anfang des Jahres hatte Noxxon dann seine präklinischen Spiegelmer-Programme an sein Spin-off Aptarion auslizenziert. Im Gegenzug erhielt die Firma liquide Mittel, Umsatzbeteiligungen und eine Beteiligung an Aptarion. Für Noxxon war das ein schmerzhafter Einschnitt, denn viele Mitarbeiter mussten entlassen werden.

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