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Rekord: Partnering am Meer

© BIOCOM AG

Mit rund 2.500 Besuchern hat die 11. BIO Europe Spring in Barcelona alle bisherigen Rekorde gesprengt. Spanien zeigte sich von seiner besten Seite, und vor allem kleinere Firmen nutzten die Gelegenheit zur Investorensuche.

Mit strahlendem Sonnenschein empfing die katalanische Hauptstadt die Besucher der 11. BIO Europe Spring vom 19. bis 22. März. Bereits zum dritten Mal hatte die katalanische Netzwerkagentur biocat ins Kongresszentrum am Strand von Barcelona zum alljährlichen Frühjahrstreffen der internationalen Biotech- und Pharmabranche geladen. Die Organisatoren bei der EBD-Gruppe zeigten sich ebenso zufrieden wie die regionalen Gastgeber: Mehr als 15.200 Meetings wurden vereinbart, um Lizenzierungsdeals, strategische Kooperationen oder Finanzierungen zu besprechen – so viele wie noch nie in der Frühjahrsvariante des Partnering-Events. Damit liegt die Messlatte für die nächsten Gastgeber in Amsterdam für März 2018 bereits sehr hoch. 

Deutschland zeigt Präsenz

Auch die Ausstellung war gut besucht: An über 60 Ständen präsentierten sich Biotech- und Pharmafirmen sowie Life-Sciences-Dienstleister aus der ganzen Welt. Neben vielen spanischen Akteuren und Standortförderern aus Holland, Großbritannien und Belgien, war auch Deutschland mehrfach vertreten. Pharmafirmen wie Boehringer Ingelheim und Merck aus Darmstadt, Dienstleister wie Celonic, Richter-Helm oder Greenovation Biotech, aber auch zahlreiche kleinere Firmen aus Nordrhein-Westfalen nutzten die Chance, sich am Gemeinschaftsstand von BIO.NRW zu präsentieren. Auf großes Interesse stieß hier unter anderem das EIT Health Investors Network mit der Plattform www.startups4.eu, über das Life-Sciences-Firmen aus Europa Kontakte zu Investoren knüpfen können. „Inzwischen haben wir 30 Investoren und 40 Unternehmen von Granada über Deutschland bis Norwegen an Bord“, berichtet Bernward Garthoff, Clustermanager von BIO.NRW, der das Portal im Rahmen des EIT Health-Konsortiums betreut.

Vom Hotelzimmer zum Pharma-Büro

Susanne Simon, Marketingleiterin am Innovations- und Gründerzentrum (IZB) aus Martinsried, hatte auf der BIO Europe Spring wiederum ein neues Angebot für Pharmafirmen im Gepäck. Die Idee: Die großzügigen Hotelzimmer der IZB Residence könnten künftig auch als Büro genutzt und jeweils jahresweise an Big Pharma vermietet werden. „Auf diese Weise könnten die Konzerne unkompliziert Zugang zur Biotech-Szene in Bayern und unseren regelmäßigen Veranstaltungen bekommen, gleichzeitig hätten diese einen Ansprechpartner vor Ort“,  erläutert Simon

Zwischen Rekordfinanzierung, Crowdfunding und Investorensuche

Passend zum allgegenwärtigen Thema Finanzierung konnte Spaniens größter Wagniskapitalgeber Ysios Capital während der Konferenz die zweitgrößte Finanzierungsrunde des spanischen Life-Sciences-Sektors verkünden. Alternative Kapitalquellen spielen inzwischen aber auch eine wachsende Rolle in Südeuropa. Seit zwei Jahren behauptet sich die spanische Crowdfunding-Plattform Capital Cell sehr gut im Markt. In Barcelona konnte sie über Expansionspläne nach Großbritannien berichten. Der Pharmakonzern Merck aus Darmstadt gab die nächsten vier Start-ups aus seinem Accelerator-Programm bekannt, darunter drei mit Gesundheitsbezug. Neben Erfolgsmeldungen von größeren Biotech-Firmen wie Newron, waren auch viele Start-ups in Barcelona unterwegs. Beim StartupSlam des US-Konzerns Johnson&Johnson setzten sich die Peptidspezialisten der Peptomyc aus Barcelona gegenüber 14 Konkurrenten durch. Die Atriva Therapeutics GmbH aus Tübingen nutzte wiederum die Meetings, um ihren bestehenden Investorenkreis aus Hightech-Gründerfonds und niederländischen Business Angels der jüngsten Finanzierungsrunde zu erweitern. Ziel ist, ihre Therapie zur Behandlung von Influenza durch die Präklinik zu bringen. Auch das noch kleine Team des österreichischen Start-ups Myelo Pro Diagnostics and Research GmbH stellte sich in Barcelona Investoren vor. Die Ausgründung aus dem Molekularen Forschungszentrum der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien hat erstmals eine ursächliche Antikörper-Therapie zur Behandlung der hämatologischen Erkrankungen Myelofibrose und Essentielle Thrombozythämie in der Pipeline – bislang gibt es hier noch keine Therapie, die über den JAK-Stoffwechselweg gezielt die Mutation CALR adressiert. Man sei zuversichtlich, die Gelder zusammenzubekommen, so Mitgründer Oleh Zagrijtschuk gegenüber transkript.de

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