Nachrichten

S4L-Konzeptphase mit elf Gewinnern

© Science4Life/Nathalie Zimmermann

Beim Science4Life Venture Cup werden neue Geschäftskonzepte auf Herz und Nieren geprüft. Nun wurden aus den 68 eingereichten Konzepten die besten 11 destilliert. Davon kommen 10 aus den Life Sciences.

„Hightech-Gründer sind als Pioniere in ihren Fachdisziplinen in diesem Zusammenhang unersetzlich und verdienen unseren größten Respekt“, lobte Karl-Heinz Baringhaus von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH die Teilnehmer des Science4Life Venture Cup 2017. Der administrative Leiter Forschung und Entwicklung sowie der Hessische Wirtschaftsstaatssekretär Mathias Samson sind die Schirmherren der Gründerinitiative Science4Life.

Unter den ausgezeichneten Konzepten sind mit AkknaTek (Messmethode bei der Augenoperation des Grauen Stars) und Mecuris (personalisierte Prothesen und Orthesen aus dem 3D Drucker) zwei aus der Medizintechnik. Hier die Ideen aus Biotechnologie, Labortechnik und Diagnostik im Detail: 

  • Aquarray (Karlsruhe, Baden-Württemberg) entwickelt eine Droplet Microarray (DMA)-Technologie, die Hochdurchsatz-Screenings für jedes biologische Labor ermöglicht. Es werden nur wenige Zellen benötigt, was die Untersuchung von Primär- und Stammzellen als physiologisch relevante Screening-Modelle für Wirkstoffsuche, -optimierung und personalisierte Screenings erlaubt.
  • ATR Elements (München, Bayern) fertigt für die ATR-Infrarotspektroskopie kostengünstige Einwegprobenträger aus Silizium. Bisher sind die Probenträger meist aus teurem Diamant. Die ATR-Silizium-Probenträger können zum Beispiel bei Hochdurchsatzscreenings im Bereich Proteinanalyse und Blutanalyse mittels IR-Spektroskopie genutzt werden.
  • CrystalsFirst  (Marburg, Hessen) bietet kristallbasierte Screenings für die Pharma- und Biotech-Forschung an. Dank der proprietären Technologie werden die Screenings um das 6- bis 10-Fache beschleunigt, was der Arzneimittelentwicklung bzw. -optimierung einen Schub geben dürfte.
  • Die GoSilico GmbH (Karlsruhe, Baden-Württemberg) entwickelt Herstellungsprozesse für Biopharmazeutika. Diese werden aber nicht wie bisher experimentell entwickelt. Mit GoSilicos Technologie lassen sich bis zu 95% der Experimente einsparen und durch günstige und schnelle Computersimulationen ersetzen.
  • Die Inveox GmbH (München, Bayern) plant, Kliniken und Pathologen vollautomatisierte und vernetzte Labore zur Bearbeitung von entnommenem Gewebe anzubieten. Das System schließe Verwechslungsfehler im Labor aus, versichert Inveox.  Gleichzeitig würden Kosten eingespart.
  • NovoScreen (Waldeck, Hessen) will ein Selbstabnahme-Testkit zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs am Markt etablieren. Der große Vorteil des Heimtests: Barrieren wie Unbehagen bei der Untersuchung beim Gynäkologen, Kosten und mangelnde medizinische Infrastruktur würden umgangen.
  • Tubulis Technologies (Berlin und München) will die Tub-tag-Technologie zum Erfolg führen. Der „molekulare Kleber“ ermöglicht die Herstellung von definierten, stabilen Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) zur Krebsbehandlung. Den Forschern zufolge erlaubt die Tub-tag-Technologie erstmals die stabile Anheftung von Wirkstoffen an Antikörper. 

Neben dem für die Gründer wichtigen Feedback erhielten alle Teams Preisgelder von je 1.000 Euro. In der nun folgenden Businessplanphase können alle bisherigen Teilnehmer sowie Neueinsteiger ihren fertigen Geschäftsplan bei Science4Life einreichen. Einsendeschluss ist der 21. April 2017 und die Prämierung der Gewinner ist am 26. Juni in Wiesbaden geplant.

© transkript.de/ml