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Shire schließt Suppremol-Labor

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Der mit der Gründung 2002 begonnene Werdegang von Suppremol ist – zumindest in Martinsried – an ein vorläufiges Ende gelangt. Der Pharmakonzern Shire knipst die Lichter am Standort aus.

Die Risiken und Nebenwirkungen der 32 Mrd. US-Dollar schweren Übernahme der Biopharma-Firma Baxalta durch den Pharmakonzern Shire bekommt ein knappes Jahr später Baxaltas Martinsrieder Standort zu spüren. Shire plc, 1986 in Großbritannien gegründet und seit 2008 mit offiziellem Sitz in Irland, unterzog nach dem Erwerb Baxaltas alle Forschungsprojekte einer Überprüfung. Das Ergebnis: „Das Unternehmen hat letztes Jahr beschlossen, zwei Forschungsprojekte einzustellen“, so eine Sprecherin gegenüber |transkript.de. „Beide Projekte wurden am Standort von Baxalta/Suppremol in Martinsried bei München erforscht und machten den Großteil der dortigen Tätigkeit aus. Angesichts dieser Entscheidung wurde beschlossen den Standort zu schließen.“

Baxalta, damals noch als Baxter unterwegs, hatte 2015 die Martinsrieder Biotech-Firma Suppremol für 200 Mio. Euro übernommen. Nach dem aufsehenerregenden Deal wurde allenthalben gelobt, dass Suppremol relativ eigenständig bleibe und so weiter wachsen könne. Diese Annahme hat sich überholt. Derzeit laufen die Verhandlungen über die Zukunft der zuletzt 25 Suppremol-Mitarbeiter – inner- oder außerhalb von Shire. Suppremols Büros und Labore dürften dann in den kommenden Wochen geschlossen werden. Wenigstens ein Andenken behält Shire aber offenbar: Das Vorzeigemolekül SM101/BAX1811 als Arzneimittelkandidat in der Indikation Systemischer Lupus Erythematodes bleibt als SHP652 in der Pipeline. Unklar ist, ob die anderen Suppremol-Entwicklungsprogramme komplett eingemottet werden – oder ob es für sie eine Zukunft außerhalb von Shire gibt.

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