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Stellenabbau bei Teva in Ulm

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Der israelische Pharmakonzern Teva wird bei seiner Tochterfirma Ratiopharm in Ulm im Zuge einer Neustrukturierung des Standortes mehr als 100 Stellen streichen. Auf den laufenden Neubau einer Anlage zur Herstellung monoklonaler Antikörper hat das keine Auswirkungen.

Die Maßnahme war absehbar, da nach dem Kauf des Generika-Geschäftes des irisch-amerikanischen Unternehmens Allergan für rund 37 Mrd. Euro bei Teva einige Funktionen doppelt vorhanden waren. Geschätzter Spareffekt der Übernahme: jährlich 1,4 Mrd. US-Dollar. Einen Teil davon wird der Abbau von mehr als 100 Stellen bei Ratiopharm, dem Ulmer Standort Tevas, beitragen. Zwar sollen betriebsbedingte Kündigungen laut Konzernmitteilung anhand von Frühverrentungen und Vereinbarungen zum freiwilligen Ausscheiden auf ein Minimum reduziert werden. Dennoch seien sie im höheren zweistelligen Bereich „unumgänglich“, informierte die Augsburger Allgemeine Mitte März. Teva beschäftigt in Ulm und im nahen Blaubeuren-Weiler rund 2.500 Mitarbeiter. Bereits 2015 wurden 100 Vollzeitstellen bei Ratiopharm gestrichen.

Forschung und Entwicklung für biotechnologische Produkte finden in den USA und in Israel statt. Proteine aus Mikroorganismen werden am Produktionsstandort in Litauen hergestellt, Proteine und Antikörper aus Zellkulturen in Ulm. Hier investiert Teva derzeit einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Das sei die weltweit größte Einzelinvestition in einen einzelnen Standort. „In der vorhandenen Anlage produzieren wir Biosimilars und Biobetters der ersten Generation. Für diese Proteine ist die Perfusionstechnologie geeignet und bringt auch Kostenvorteile, weil damit in kleinem Maßstab und mit relativ moderaten Investitionen gearbeitet werden kann. Monoklonale Antikörper werden mit Fed-Batch-Technologie hergestellt und stellen auch maßstabsmäßig einen Quantensprung dar. Die neue Anlage wird also monoklonale Antikörper im großen Maßstab herstellen“, so Hermann Allgaier, CEO von Teva Biotech, Ende 2016. Für den Betrieb der neuen Anlage sollen insgesamt etwa 300 Fachkräfte eingestellt werden. 40 davon sind bereits aktiv.

Im Vorjahr hatte Teva in Ulm sein Global Technology Center (GTC) eröffnet. Das GTC testet zukunftsträchtige Technologien auf ihre Anwendbarkeit in der Herstellung neuer Medikamente. Der Ulmer Standort nehme damit „eine Vorreiterrolle für innovative und technologische Entwicklungen im Konzern Teva ein“, so ein Sprecher damals.

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