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Wiener IMP feiert Neubau

© Robert Herbst, IMP/pov

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit eröffnete das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien feierlich ein neues Gebäude. Geldgeber Boehringer Ingelheim kostete das Vorhaben 52 Mio. Euro. 

Vor knapp einem Jahr hatte der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim angekündigt, in den nächsten Jahren 500 Mio. Euro in Wien zu investieren und etwa 400 Jobs zu schaffen. Jetzt ist mit der Eröffnung eines neuen Gebäudes des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP) die erste Veränderung sichtbar. Acht Jahre Planung und Umsetzung sowie 52 Mio. Euro durch Hauptsponsor Boehringer Ingelheim flossen in das Projekt. 250 Wissenschaftler betreiben hier biomedizinische Grundlagenforschung.

Mit „außergewöhnlicher Architektur“ und „ausgefeilter Technik“ fordere das neue Haus bedeutende Forschungsstandorte wie London und Boston heraus, so war beim Festakt zu vernehmen. „Der 1. März 2017 ist ein Meilenstein in der Geschichte des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie, das wir – Boehringer Ingelheim – vor über 30 Jahren gegründet haben. Heute zählt es zu den international renommiertesten Forschungsinstituten“, betonte Philipp von Lattorff, Generaldirektor des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna (RCV). Das IMP sei gar „die bedeutendste Investition von Boehringer Ingelheim in die Grundlagenforschung“, so Lattorff. Das neue Gebäude bietet auf acht Ebenen 15.000 Quadratmeter Fläche. Die nutzbare Fläche beträgt 8.200 Quadratmeter, davon sind 3.000 Quadratmeter Laborfläche. Boehringer Ingelheim unterstützt das IMP mit jährlich rund 20 Mio. Euro, nehme aber keinen Einfluss auf dessen Projekte und Forschungsgebiete.

An Stelle eines roten Bandes durchschnitt die renommierte Wissenschaftlerin Emmanuelle Charpentier zur Einweihung eine vier Meter lange, leuchtende DNA-Doppelhelix in Anlehnung an ihre revolutionäre Entdeckung des CRISPR/Cas9-Systems, für die sie in ihrer Zeit am Vienna Biocenter die Grundlagen legte. Seit 1986 haben Wissenschaftler am IMP mehr als 2.000 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Es sind mittlerweile 60 bis 90 pro Jahr. IMP-Forschungen waren bisher mit 93 Patenten verbunden.

Die weiteren Investitionen sind an Boehringers Standort Wien-Meidling geplant.  Bis 2021 werden eine biopharmazeutische Produktionsanlage und die dazugehörigen Betriebsgebäude entstehen. Das Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna trägt die Verantwortung für das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie Tierarzneimitteln von Boehringer Ingelheim in Österreich sowie in mehr als 30 Ländern,  zum Beispiel aus der Region Mittel- und Osteuropa. Darüber hinaus wird von hier aus die gesamte klinische Forschung der Region gesteuert. Zudem ist Wien Zentrum für Krebsforschung sowie Standort für biopharmazeutische Forschung, Entwicklung und Produktion im Konzern. Insgesamt erzielte das Regional Center Vienna im Geschäftsjahr 2015 Gesamterlöse in Höhe von 760,2 Mio. Euro und beschäftigte in der Region Mittel- und Osteuropa 3.403 Mitarbeiter, davon 1.501 in Österreich.

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