Kommentar
Foto: Andi Frank

Innovationen im Kampf gegen die Corona-Pandemie

Klaus Holetschek, Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, über Bayerns Therapiestrategie.

Die Corona-Pandemie ist auch ein Jahr nach dem ersten Fall in Bayern immer noch hochriskant und unberechenbar. Das zeigen uns vor allem die in letzter Zeit aufgetretenen neuen Virus-Varianten, die stets die Gefahr eines exponentiellen Anstiegs der Infektionszahlen bergen. Zwar wirken die Maßnah-men des Lockdowns langsam und die Neuinfektionen gehen schrittweise zurück. Aber immer noch sind unsere Krankenhäuser und Intensivstationen an der Grenze des Leistbaren. Immer noch sterben jeden Tag viel zu viele Menschen. Die aktuelle Lage bleibt also fragil. Es gibt noch keinen Grund zur Entwarnung.
Hochwertige Impfstoffe gegen Covid-19 stehen inzwischen bereit. Weitere befinden sich kurz vor der Marktzulassung. Die zunehmenden Impfungen ebnen in absehbarer Zeit den Weg zurück zu mehr Normalität. Das ist eine gute Nachricht! Wir haben im Freistaat mit unseren 100 Impfzentren und den mobilen Impfteams eine erstklassige Infrastruktur aufgebaut. Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt in einem ersten Schritt den höchstpriorisierten Gruppen wie unseren hochbetagten Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Sie sind besonders schutzbedürftig. Mit der Impfung gerade dieses Personenkreises werden wir die immer noch zu hohen Infektions- und Todeszahlen senken.

Neben der Impfung brauchen wir Medikamente, mit denen wir die Erkrankung direkt behandeln können. Auch im Hinblick auf Varianten des Virus, die möglicherweise zu einer verminderten Schutzwirkung der aktuellen Impfstoffe führen können, ist die Entwicklung von Medikamenten gegen SARS-CoV-2 eine unverzichtbare Ergänzung zur Bekämpfung von COVID-19.

Wir in Bayern sind deshalb im Kampf gegen die Pandemie einen Schritt weitergegangen. Im Dezember 2020 hat der Ministerrat die Bayerische Therapiestrategie „BayTherapie2020“ beschlossen, die bis zum 31. Januar 2021 Anträge entgegengenommen hat. Die Staatsregierung hat insgesamt bis zu 50 Millionen Euro zur Förderung von Forschung und Entwicklung unserer heimischen Biotechnologie-Branche zur Verfügung gestellt. Das Programm wird unter Federführung des Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie als gemeinsame Anstrengung der Staatsregierung durchgeführt. Die Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Freistaat arbeiten bereits mit Hochdruck an innovativen Verfahren und Wirkstoffen. Allein im Großraum München sitzen rund 270 Biotechnologie- und Pharmaunternehmen mit Kernkompetenz in der Entwicklung innovativer Therapeutika und Diagnostika. Weitere Cluster befinden sich insbesondere in Regensburg in der Oberpfalz und im unterfränkischen Würzburg.
Unser Ziel ist klar definiert: Wir wollen die exzellente Pharma- und Biotechnologiebranche in unserer Heimat stärken und so erfolgversprechende bayerische Therapieansätze auf den letzten Metern zur Zulassungsreife unterstützen.

Damit haben wir mit unserer Bayerischen Therapiestrategie ein vielversprechendes Instrument im Kampf gegen die Pandemie in der Hand!

aus |transkript I/2021