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Cardior startet mit 15 Mio. Euro durch

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Das Start-up Cardior aus Hannover hat eine Reihe namhafter Investoren von seinem Oligonukleotid-Wirkstoffkandidaten gegen Herzschwäche überzeugt.

Die Serie A-Finanzierungsrunde in Höhe von 15 Mio. Euro wurde von Life Sciences Partners als Leitinvestor gemeinsam mit den Co-Investoren Boehringer Ingelheim Venture Fund, Bristol-Myers Squibb, Biomedpartners (mit dem neuen Biomedinvest III Fund) und dem High-Tech Gründerfonds gezeichnet. Die Cardior Pharmaceuticals GmbH ist eine Ausgründung aus der Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Die Firma hat sich auf die Fahnen geschrieben, Herzinsuffizienzen nicht nur zu behandeln, sondern auch zu verhindern. Die molekularen Zielstrukturen umfassen sogenannte nichtkodierende Ribonukleinsäuren (RNAs), die Größenwachstum und Kontraktilität von Herzmuskelzellen kontrollieren. Auch Cardiors Wirkstoffkandidaten sind Oligonukleotid-basierte Inhibitoren.

Zeitgleich Mitte Mai wurde Claudia Ulbrich als Geschäftsführerin vorgestellt. Sie bringt 20 Jahre operative und strategische Management-Erfahrung aus der Pharma- und Biotechnologieindustrie mit. Bisher stand sie Cardior beratend zur Seite. Wissenschaftlicher Geschäftsführer ist Thomas Thum.

MHH-Forscher Thum und sein Team hatten 2013 einen neuen Mechanismus der Kommunikation zwischen den Herzzellen entdeckt. „Wir haben ein neues microRNA-Molekül identifiziert und konnten nachweisen, dass es zu krankhaftem Herzwachstum führt“, sagte Thum damals. Nachdem in Tierversuchen bestätigt wurde, dass durch die Hemmung dieser microRNA das krankhafte Wachstum der Herzmuskelzellen gebremst werden kann, wurde ein Geschäftsplan entwickelt. 2015 holte Cardior den 2. Preis im Ideenwettbewerb der Technologietransfer-Veranstaltung Biovaria. Im April 2017 gelang der Sieg bei der „Start-up Challenge“ im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage in Hannover.

Cardior kann auf ein Patentportfolio verweisen, das auf Lizenzen der MHH, der Max-Planck-Gesellschaft sowie verschiedenen französischen Instituten basiert. In der Gründungsphase gab es Unterstützung vom Venturevilla Inkubator, von Hannoverimpuls und von Ascenion.

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