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Chikungunya: Themis’ Impfstoffkandidat in Phase I/II

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Der von der Wiener Themis Bioscience GmbH entwickelte prophylaktische Impfstoffkandidat gegen Chikungunya-Fieber wird in einer Phase I/II-Studie getestet. Das Geld dafür kommt von den National Institutes of Health (NIH) der USA.

Der von Themis entwickelte Impfstoff basiert auf einem herkömmlichen Masernimpfstoff. Eine Phase I-Studie belegte Sicherheit, Verträglichkeit und eine hohe Serokonversionsrate des Impfstoffes: Bis zu 100% aller geimpften Probanden produzierten neutralisierende Antikörper gegen das Chikungunya-Virus. Vor dem Hintergrund, dass die Phase I/II-Studie die US-Zulassung durch die FDA unterstützen soll, wird die doppelt verblindete, randomisierte Studie ausschließlich in den USA durchgeführt. Dabei liegt der Fokus vor allem auf der Induzierung neutralisierender Antiköper und der T-Zellenantwort. Für eine europäische Zulassung durch die European Medicines Agency (EMA) läuft seit August 2016 eine entsprechende Studie in Europa, deren Ergebnisse bis Ende 2017 erwartet werden.

Erich Tauber, CEO und Gründer von Themis, ist stolz darauf, dass die NIH diese Studie finanziert: „Themis wird die notwendige Menge an Impfstoff beitragen, die für die Teilnahme von bis zu 180 Personen gebraucht wird. Die großzügige Unterstützung dieser Studie durch die NIH erlaubt es Themis, weitere Investitionen in zusätzliche Impfstoffkandidaten zu tätigen, die sich derzeit in unserer präklinischen Entwicklung befinden.“ Erst vor wenigen Monaten gab das Unternehmen den erfolgreichen Abschluss einer 10 Mio. Euro-Finanzierungsrunde B bekannt. Die unternehmenseigene, auf einem Masern-Vektor beruhende Themaxyn-Technologieplattform, die vom Institut Pasteur in Paris einlizenziert wurde, bildet die Basis aller Impfstoffkandidaten des in Wien ansässigen Unternehmens. Zu den Kandidaten gehört auch ein Mittel gegen das Zika-Virus.

Chikungunya-Fieber ist eine durch Moskitos übertragene Viruserkrankung, die ihren Ursprung in Asien und Teilen von Afrika hat. Global steigende Temperaturen und wachsende Reiseaktivitäten führen zu einer Verbreitung des Virus in vormals gemäßigte Klimazonen. In den vergangenen drei Jahren wurden allein in Nord- und Südamerika sowie in der Karibik 1,5 Millionen Fälle registriert, die den dringenden Bedarf für eine effiziente und bezahlbare prophylaktische Impfung unterstreichen.  

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