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Curevacs neue Patente: Infektionen statt Krebs

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Die neu erteilten Patente in den USA und Europa schützen mRNA-basierte RSV-Impfstoffe sowie eine Reihe von verschiedenen mRNA-Impfstoffen – unter anderem gegen das Grippevirus – für Neugeborene, Säuglinge und ältere Menschen.

Die Tübinger Curevac AG teilte Mitte Juni mit, wichtige Patente zur Verwendung von Boten-RNA (mRNA) für prophylaktische Impfstoffe in Europa und in den USA gesichert zu haben. Das biopharmazeutische Unternehmen ist im Bereich mRNA-Medikamente aktiv und baut sein Geschäft auf zwei Säulen auf: vorbeugende Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten und Immuntherapeutika zur Krebsbehandlung. Anfang des Jahres erlebte Curevac einen Rückschlag im Bereich Krebs-Vakzine. In einer Phase IIb-Studie in der Indikation Prostatakrebs war bezüglich der Gesamtüberlebensrate kein Unterschied zur Plazebogabe zu erkennen.

Aus der Verwendung von mRNA als Basis von Impfstoffen resultieren laut Curevac zahlreiche Vorteile. So sind mRNA-Impfstoffe schnell und kostengünstig herstellbar und benötigen anders als protein-basierte Impfstoffe keine Kühlkette bei Lagerung und Transport. Ingmar Hoerr, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der Curevac AG, ist sich sicher, dass „die enorme Dynamik in diesem Geschäftsfeld weiter zunehmen wird, da immer mehr große Pharmafirmen das umfangreiche Potential der mRNA-Technologie erkennen.“

Laut Hoerr wurde im November 2013 eine Phase I-Studie mit einem Tollwutimpfstoff gestartet, deren detaillierte Ergebnisse in Kürze veröffentlicht werden sollen. „Dabei handelte es sich um die weltweit erste klinische Studie mit einem prophylaktischen mRNA-Impfstoff“, sagte Hoerr. „Die vielversprechenden Ergebnisse dieser Studie haben uns bestärkt, unseren Tollwutimpfstoff mit optimierter Formulierung bald erneut in einer Phase I-Studie zu testen. Dieser soll schon in einer sehr geringen Dosierung vollen Impfschutz gewährleisten." Hoerr ist überzeugt, mit der Technologie „neue Standards in der weltweiten Impfstoffversorgung" setzen zu können.

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