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HTGF investiert in Signatope und Tolerogenixx

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Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) gibt zwei Seedinvestments in Start-ups aus Reutlingen und Heidelberg bekannt. In dem einen Fall geht es um eine neue Diagnostikmethode, in dem anderen um eine Zelltherapie.

Eine speziesübergreifende Analyse von Biomarkern könnte die Testung von Medikamenten auf Wirkung und Verträglichkeit vereinfachen. „Unser Verfahren liefert unabhängig vom gewählten Testmodell quantitativ vergleichbare Daten. Wir können in Urin- oder Blutproben selbst geringste Mengen der Biomarker identifizieren. Das spart signifikant Zeit und Kosten bei der Arzneimittelentwicklung“, erklärt Oliver Pötz, Geschäftsführer der Signatope GmbH. „Nichtinvasive Biomarkertestverfahren werden im Vergleich zu den klassischen histopathologischen Methoden mit Gewebeschnitten in der Arzneimittelentwicklung immer wichtiger“, erläutert Lena Krzyzak, Investment Managerin beim HTGF. Die Reutlinger Firma wurde im August 2016 zusammen mit dem NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut an der Universität Tübingen gegründet. Das Nachweisverfahren von Signatope basiert auf speziellen Antikörpern, die die Aussagekraft bestehender Tests optimieren, um mögliche Nebenwirkungen früh zu erkennen.

Die Heidelberger Tolerogenixx GmbH verfügt über eine patentierte und in einer klinischen Phase I getestete Zelltherapietechnologie zur maßgeschneiderten Immunsuppression. Damit können unerwünschte Abwehrreaktionen des Immunsystems gezielt abgeschaltet werden. Organspendern werden dabei eine Woche vor geplanter Organspende weiße Blutkörperchen entnommen. Diese werden mit dem von Tolerogenixx entwickelten Therapiekit verändert und noch am selben Tag dem Organempfänger übertragen. Dadurch wird der Empfänger mit den Spendermerkmalen vertraut. Neben dem Einsatz dieser Technologie bei Organtransplantationen bieten sich laut Tolerogenixx Chancen im Hinblick auf das Vorbeugen und die Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Multiple Sklerose und Systemischer Lupus. Für Philipp Rittershaus, Investment Manager des HTGF, ist das Tolerogenixx-Verfahren „ein Meilenstein in der maßgeschneiderten Immunsuppression“. Rittershaus weiter: „Mit der Seedfinanzierung kann das Unternehmen nun die klinische Forschung fortsetzen und die multizentrische Phase II-Studie vorbereiten, die für das Frühjahr 2018 geplant ist.“

Während die Investmentsumme des High-Tech Gründerfonds bei Signatope 600.000 Euro beträgt, hielt man sich bei Tolerogenixx zu diesem Thema bedeckt.

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