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Pieris schnuppert weiter Höhenluft

© Pieris

Die Biotech-Firma Pieris hat einen Milliardendeal mit dem Pharmakonzern Astrazeneca eingefädelt. Kern der Allianz sind neue inhalierbare Wirkstoffe auf Basis von Pieris’ Anticalin-Plattform. Vorab gibt es 57,5 Mio. US-Dollar.

Nachdem sich die 2001 in Deutschland gegründete Biotech-Firma Pieris Anfang des Jahres mit einer Partnerschaft mit dem französischen Pharmakonzern Les Laboratoires Servier nachhaltig in Erinnerung gebracht hatte, legt die in Boston ansässige Firma nun nach. Mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca geht Pieris Pharmaceuticals, Inc. eine strategische Zusammenarbeit ein. Die Partner wollen Pieris’ Anticalin-Plattform auf ihre Eignung überprüfen, inhalierbare Wirkstoffe für eine Reihe von Indikationen hervorzubringen. Potentiell sind für Pieris bis zu 2,1 Mrd. US-Dollar drin. Die Vorabzahlung summiert sich auf 45 Mio. US-Dollar.

Teil der Abmachung ist Pieris’ präklinischer Leitwirkstoffkandiat PRS-060 gegen Asthma, ein Anticalin gegen den Interleukin-4-Rezeptor alpha. 2017 soll ein Phase I-Test beginnen. Wenn dies geschehen ist, überweist Astrazeneca weitere 12,5 Mio. US-Dollar. Darüber hinaus sind vier Anticaline gegen nicht veröffentlichte Zielstrukturen Gegenstand des Deals. Auch hier geht es um Therapien für Atemwegserkrankungen.

Laut Stephen Yoder, Präsident und CEO von Pieris, beschleunige die Partnerschaft mit Astrazeneca die Umwandlung von Pieris in ein voll integriertes Unternehmen der Arzneimittelentwicklung, bestehend aus zwei Hauptpfeilern in der Immunologie: Atemwegserkrankungen und Immunonkologie: „Wir erkennen Astrazenecas unvergleichliches Fachwissen in der Entwicklung inhalierbarer Medikamente an. Es wird dabei helfen, das Potential von PRS-060 und anderen Anticalin-Molekülen zu maximieren, um wertvolle Vermögenswerte für beide Unternehmen zu schaffen.“ Anticaline (Foto) sind eine neue Klasse von Proteintherapeutika, die deutlich kleiner als monoklonale Antikörper sind.

An der Frankfurter Börse kam die Nachricht gut an. Der Aktienkurs von Pieris stieg von 2,16 Euro auf 3,30 Euro. Derzeit arbeiten zirka 40 Pieris-Angestellte in Freising bei München und 10 in Boston.

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