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Robert-Koch-Stiftung gibt Preisträger bekannt

© Koch-Stiftung

Zwei Ehrungen gehen an Forscher in den USA, eine an einen Immunologen in der Schweiz. Christopher Walsh erhält die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk. Der Robert-Koch-Preis 2017 geht an Rafi Ahmed und Antonio Lanzavecchia.

Die Berliner Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts. Mit der Medaille in Gold ehrt sie in diesem Jahr das Lebenswerk von Christopher T. Walsh (l.). Sein Name findet sich auf mehr als 800 Publikationen.  Unter anderem hat Walsh die Funktionsweise von Antibiotika und die molekularen Mechanismen der Antibiotika-Resistenz untersucht. So konnte er Anfang der 90er Jahre nachweisen, dass Enterokokken nur ein Enzym aus ihrer Zellwand (D-Ala-D-Ala-Ligase) ein wenig verändern müssen, um die Wirksamkeit des Antibiotikums Vancomycin um das Tausendfache zu verringern.

Der mit 120.000 Euro dotierte Robert-Koch-Preis 2017 geht zu gleichen Teilen an die Professoren Rafi Ahmed (r.) von der Emory University (Atlanta, USA) und Antonio Lanzavecchia (Bildmitte) vom Institute for Research in Biomedicine der Università della Svizzera italiana (Bellinzona, Schweiz). Mit dem Preis werden die Forschungsarbeiten beider Immunologen zur Regulation des Immunsystems und ihre Beiträge zur Entwicklung neuer Impfstoffe und Immuntherapien gewürdigt. Ahmeds Arbeiten legten den Grundstein für die Entwicklung von gegen PD-1 gerichteten Immunotherapien bei chronischen Infektionen und Krebs. Parallel zu seiner Forschungstätigkeit etablierte er in Atlanta eines der weltweit größten Impfstoffforschungszentren, das sich unter anderem bei der Suche nach Vakzinen gegen HIV, Hepatitis, Tuberkulose, Malaria sowie einem universalen Grippeimpfstoff engagiert. Lanzavecchia wurde für seine Untersuchungen zur hoch effizienten Arbeitsteilung zwischen antigen-spezifischen T- und B-Zellen bei der adaptiven Immunabwehr bekannt. Später folgten zellbiologische Studien zum Reifungsprozess dendritischer Zellen, die eindringende Pathogene und Antigene abfangen und den Zellen der Immunabwehr präsentieren.

Die Ehrungen erfolgen während eines Festakts am 3. November 2017 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin.

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