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Rodos setzt erneut auf den Schwarm

© Rodos Biotarget GmbH

Die Rodos Biotarget GmbH in Hannover hat wieder eine Crowdinvesting-Kampagne angestoßen. Dieses Mal allerdings auf einer anderen Plattform - und mit einem anderen Fokus: Gentherapien.

Bereits 2016 erhielt die Firma aus Hannover im Rahmen einer Kampagne auf der Webplattform Seedmatch 367.500 Euro von Schwarminvestoren. Das ambitionierte Maximalziel von 800.000 Euro wurde aber klar verfehlt. Seit Ende Mai läuft nun die zweite Schwarmfinanzierungsrunde beim Konkurrenten aescuvest.de. 

Rodos ist auf den Wirkstofftransport spezialisiert und verfügt über sogenannte Nanocarrier. Robert Gieseler-von der Crone, Geschäftsführer von Rodos Biotarget, bezeichnet sie als "Targospheres": "Wir bestücken sie auf der Oberfläche mit winzigen Molekülen. Diese Liganden sorgen dafür, dass die Targospheres nur von bestimmten Zellen aufgenommen werden und ihren Wirkstoff dort abgeben können.“ In der Kombination aus Nanocarrier, der den Wirkstoff „verkapselt“ und der Aufbringung der gezielt einsetzbaren Liganden bestehe der entscheidende Entwicklungsschritt in der Technologie, so Gieseler-von der Crone. 

Während es bei der ersten Kampagne noch um die Finanzierung der Weiterentwicklung jener Targospheres als Wirkstofftransport-Plattform ging, sollen mit dem von der Crowd erbetenen Kapital nun auch eigene Therapien entwickelt werden. Hierzu hat das Unternehmen laut Eigenaussage "innovative gentherapeutische Wirkstoffe in das Portfolio aufgenommen, die mit Hilfe der Targosphere-Technologie zur ursächlichen medikamentösen Behandlung verschiedener Erkrankungen weiterentwickelt werden sollen". Aus welcher Quelle Rodos die Gentherapeutika erhalten hat und um welche Produkte es sich konkret handelt, teilte Rodos nicht mit.

„Bei der Entwicklung dieser Nanomedizin-Präparate gehen wir sequentiell vor. Mit jeder in der Kampagne erreichten Fundingstufe fokussieren wir uns auf ein weiteres neues Produkt“, erläutert Marcus Furch, ebenfalls Geschäftsführer von Rodos Biotarget, die Strategie. „In der ersten Stufe sammeln wir Kapital zur Entwicklung eines Wirkstoffs, der das Absterben von Leberzellen hemmt. So kann dem akuten Leberversagen entgegengewirkt werden. Die zweite Fundingstufe dreht sich um einen Wirkstoff, der in ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse geliefert wird, die bei Diabetes betroffen sind.“

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