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Übernahmeangebot für Epigenomics aus China

© Christoph Bock, Max Planck Institute for Informatics / Wikimedia Commons

Der Minderheitsgesellschafter Cathay greift nach der Epigenomics AG. Das mit der Berliner Diagnostikfirma abgestimmte Übernahmeangebot liegt bei 7,52 Euro pro Aktie in bar, was einer Prämie von knapp 50% entspricht.

Im November des Vorjahres hatte Cathay Fortune International Company Ltd. bereits einen Minderheitsanteil von 2,15% an der Epigenomics AG erworben – und ist offenbar auf den Geschmack gekommen. Ende April legte die in Hongkong registrierte Beteiligungsgesellschaft ihre Pläne offen, Epigenomics komplett zu übernehmen und von der Börse zu holen. Geschehen soll dies über Cathays Tochterfirma Blitz F16-83 GmbH (zukünftig Summit Hero Holding GmbH), an der auch Epigenomics’ derzeit größter Aktionär und strategischer Partner, BioChain, beteiligt ist. Neben Biochain (9,3% der Anteile) hat auch Uchip Technology Ltd. (4%), eine Tochter des chinesischen Risikokapitalgebers Summitview Capital, zugesagt, bei dem Deal mitzuziehen.

Blitz hat zugestimmt, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu unterbreiten. Den Aktionären von Epigenomics sollen 7,52 Euro pro Aktie in bar angeboten werden. Dies entspräche einer Unternehmensbewertung inklusive liquider Mittel in Höhe von rund 171 Mio. Euro und einer Prämie von 49,9% gegenüber dem durchschnittlichen dreimonatigen Börsenkurs vor der Bekanntgabe der Übernahmeabsicht. Das Angebot gilt für alle sich im Umlauf befindlichen Aktien von Epigenomics. Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 75%. Im Streubesitz befinden sich 84,27% der Papiere.

Die Transaktion sei nicht auf einen Stellenabbau in der Belegschaft ausgerichtet und Rechts- und Firmensitz von Epigenomics sollen in Berlin bleiben, so die an der Frankfurter Börse notierte Firma in einer Stellungnahme. Epigenomics hat 35 Angestellte in Berlin und 10 in Germantown (USA). „Wir unterstützen vollumfänglich die Transaktion, da sie unmittelbar Wert für unsere Aktionäre schafft und gleichzeitig die langfristigen Aussichten von Epigenomics stärkt“, sagte Heino von Prondzynski, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Epigenomics. Greg Hamilton, Vorstandsvorsitzender von Epigenomics, ergänzte, dass so der Zugang zu den nötigen finanziellen Ressourcen gewährleistet sei, um Epigenomics’ Produkte weltweit erfolgreich zu vermarkten: „Außerdem bietet sich uns damit die Möglichkeit, zukünftig unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auszuweiten und so das Potential unserer einzigartigen Technologie auf dem Gebiet der Krebs-Biomarker zu entfalten.“

Alle Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat, die Aktien der Gesellschaft halten, beabsichtigen, das Übernahmeangebot anzunehmen. Der Aktienkurs von Epigenomics machte nach Bekanntgabe der Pläne einen Satz von 5 auf 7 Euro.

Parallel zur Übernahmenachricht teilte Epigenomics das Finanzergebnis für 2016 mit. Mit einem Umsatzanstieg von rund 100% auf 4,2 Mio. Euro wurden die Prognosen deutlich übertroffen. Arbeitsgebiet ist die Molekulardiagnostik – speziell die Bestimmung des DNA-Methylierungsstatus, der sich bei Krebs- und Nicht-Krebszellen unterscheidet.

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