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US-Behörde an Evolvas Pampelmusen-Duft interessiert

© University of Washington

Die Schweizer Evolva AG bestätigte einen Medienbericht, nachdem sie in Verhandlungen mit einer US-Behörde über einen exklusiven Versorgungsvertrag steht. Es geht um Evolvas Produkt Nootkaton zur Bekämpfung von Moskitos.

Evolva ist demnach mit der Gesundheitsbehörde BARDA (Biomedical Advanced Research and Development Authority) in Verhandlungen. Nootkaton könnte als Mittel gegen Mücken und andere Insekten zum Einsatz kommen, die das Zika-Virus übertragen. Im Juli vergangenen Jahres hatte Evolva mitgeteilt, dass der Aromastoff in Studien gegen das Zika-Virus getestet werden soll. Finanziert wurden diese Studien vom US National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID). Dabei sollten mehrere Formulierungen von Nootkaton bei infizierten Mücken evaluiert werden, die entweder dem Wildtyp angehören oder eine Insektizidresistenz aufweisen. Die Nachricht sei zwar durchaus positiv, so die Analysten von Research Partners in Zürich. Allerdings hätten sie kurzfristig keinen Einfluss auf die Finanzkennzahlen von Evolva. Dementsprechend bewegte sich auch der Aktienkurs nur minimal.

Bereits im Frühjahr 2016 hatte Evolva die laufende Nootkaton-Zusammenarbeit mit den US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erweitert. Im deren Rahmen hatte Evolva eine exklusive Lizenz für die Entwicklung und weltweite Vermarktung von Nootkaton für die Insektenbekämpfung erhalten. Der Aromastoff Nootkaton selbst kann laut Evolva in geringen Mengen aus der Schale der Grapefruit oder aus der Rinde der Nootka-Scheinzypresse gewonnen werden. Der Stoff ist nicht ölhaltig und besitzt einen angenehmen Zitrusduft. Evolva stellt Nootkaton im industriellen Maßstab biotechnologisch durch Hefefermentation her, hadert aber noch mit relativ hohen Produktionskosten.

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