PERSONALIA
Foto: R. Jowanowitsch/DKFZ

100.000 Euro für Stammzellforscher

In diesem Jahr ging der mit 100.000 Euro dotierte Landesforschungspreis Baden-Württemberg an den Stammzellforscher Andreas Trumpp in Heidelberg.

Trumpp leitet seit 2008 die Abteilung Stammzellen und Krebs am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Heidelberger Institut für Stammzell-Technologie und Experimentelle Medizin gGmbH (HI-STEM), einer Kooperation zwischen dem DKFZ und der Dietmar-Hopp-Stiftung. Der Heidelberger Forscher gilt weltweit als Experte auf dem Gebiet der Krebsstammzellen. Er beschäftigt sich mit der molekularen Steuerung und der Funktion gesunder sowie krankhaft veränderter Stammzellen auf der Suche nach Therapiemöglichkeiten für Krebserkrankungen. Ein Schwerpunkt dabei sind Medikamentenresistenzen. So konnte Trumpp gemeinsam mit seiner Kollegin Marieke Essers nachweisen, dass sich Blut-Stammzellen im Knochenmark vor schädigenden Umwelteinflüssen schützen, indem sie in einen "Schlafzustand" fallen. Erst nach einer Störung, zum Beispiel durch eine Infektion, beginnen sie wieder mit der Zellteilung und produzieren rote und weiße Blutkörperchen. Der "Schlafzustand" ist auch der Grund für Resistenzen gegen Krebsmedikamente oder Chemotherapien, denn diese wirken nur auf teilungsaktive Zellen. Eine Behandlung mit dem Immunbotenstoff alpha-Interferon vor der eigentlichen Therapie weckt die schlafenden Stammzellen auf und macht sie so angreifbar für Chemotherapien.

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