PERSONALIA
Foto: ©Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung/David Ausserhofer

ACS-Award und Gastprofessur

Prof. Dr. Peter H. Seeberger, Direktor der Abteilung Biomolekulare Systeme am MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, gehört zu dem Forschungsteam, das für die nachhaltige und preisgünstige Herstellung des Malariawirkstoffs Artemisinin mit dem Preis der American Chemical Society (ACS) ausgezeichnet wurde.

Mit dem von den Forschern entwickelten Verfahren ist es möglich, innerhalb von maximal 15 Minuten aus gehäckselten Pflanzenresten des Einjährigen Beifuß, dem Katalysator Chlorophyll, Sauerstoff und Licht den Wirkstoff Artemisinin herzustellen, der zur Behandlung von Malaria eingesetzt wird. Die Pflanze des Einjährigen Beifußes benötigt dafür drei Wochen. Das Verfahren sei umweltfreundlich und effizient und ermögliche die Herstellung erschwinglicher Malariamedikamente. Es könne jedoch auch für die Herstellung anderer Arzneistoffe genutzt werden, so Seeberger, der das Verfahren gemeinsam mit dem Chemiker Prof. Dr. Kerry Gilmore (nun University of Connecticut, zuvor Gruppenleiter am MPI in Potsdam) und dem Verfahrenstechniker Prof. Dr.-Ing. Andreas Seidel-Morgenstern (Direktor am MPI für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg) entwickelte.

Der bereits mehrfach von der ACS ausgezeichnete Biochemiker wird außerdem als erster deutscher Forscher im Oktober 2021 für ein Jahr die Newton-Abraham-Gastprofessur an der Universität von Oxford antreten. Mit seinen neuen Kollegen auf Zeit will Seeberger unter anderem nachhaltige Projekte zur Produktion von neuen Materialien zum Beispiel aus Bioabfällen in Angriff nehmen. Dem MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam wird er weiterhin als Direktor der Abteilung Biomolekulare Systeme erhalten bleiben.


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