PERSONALIA
Foto: Irene Böttcher-Gajewski/Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie

Albrecht-Kossel-Preis

Die Ribosomforscherin Prof. Dr. Marina Rodnina erhält Mitte März in Münster den Albrecht-Kossel-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker.

Rodnina, seit 2008 geschäftsführende Direktorin des Max-Planck-Instituts für Biophysikalische Chemie in Göttigen, entwickelte neue Ansätze zur Untersuchung der Struktur und Funktion von Ribosomen, den makromolekularen Komplexen, die in allen Lebewesen vorkommen und Proteine produzieren. Für ihre Arbeit kombinierte sie kinetische Analysen mit strukturbasierten Methoden, eine bisher unübliche Vorgehensweise. Das Ergebnis waren nicht nur neuartige Modelle der Translation, sondern auch neue Erkenntnisse zu einzelnen katalytischen Abläufen im Ribosom.

Nach dem Biologiestudium und der Promotion in Molekularbiologie und Genetik kam Rodnina von der Universität Kiew als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an die Universität Witten/Herdecke. Hier habilitierte sie sich und wurde 1997 Professorin am Institut für Molekularbiologie, 2000 übernahm sie den Lehrstuhl Physikalische Biochemie.

Schon mehrfach wurde die Biochemikerin für ihre Arbeit geehrt: 2016 mit dem Leibniz-Preis, 2018 mit einem Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates und erst im Herbst 2019 mit der Otto-Warburg-Medaille. Der Albrecht-Kossel-Preis ist mit 7.500 Euro dotiert, er wird seit 2014 vergeben und ist benannt nach dem Nobelpreisträger Albrecht Kossel.

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