PERSONALIA

Ausgezeichnete Atemgasanalyse

Chemiker der Universität Ulm erhielten für ihr Verfahren zur Atemgasanalytik den zweiten Preis der britischen Royal Society of Chemistry im Wettbewerb Emerging Technologies Competition.

Methoden zur Atemgasanalyse gibt es schon seit einiger Zeit. Die Anschaffung der dafür notwendigen Geräte war bisher für die meisten Arztpraxen jedoch zu teuer. Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Boris Mizaikoff (Foto), Leiter des Instituts für Analytische und Bioanalytische ChemieIABC, entwickelten in den vergangenen Jahren eine neue kostensparende, nicht-invasive Messmethode zur Analyse der Atemluft. Mit ihrem neuen Verfahren, das die Wissenschaftler erst vor drei Jahren im Fachjournal Analytical Chemistry vorstellten, kann die Konzentration krankheitsspezifischer Biomarker in einem frühen Stadium der Erkrankung gemessen werden. Damit ist eine Diagnose von Krankheiten der Lunge, der Leber, der Nieren oder auch von Brustkrebs möglich. Das Verfahren heißt µbreath und kann nicht nur in der medizinischen Diagnostik angewendet werden, sondern auch in der Umweltanalytik. Es basiert auf einem frequenz-abstimmbaren Laserstrahl, der in einem hohlen Lichtwellenleiter die Atemluft der Patienten analysiert. Der Lichtwellenleiter kann auf winzige Chips aufgebracht oder auch in kleinste Substrate integriert werden, was seine Einsatzmöglichkeit beträchtlich erhöht. Da eine Veränderung der Atemgase jedoch nicht unbedingt  krankheitsbedingt ist – auch die Ernährung kann dazu beitragen – muss gegenwärtig eine zweite Messmethode angewendet werden, um Fehldiagnosen zu vermeiden. Mit dem zweiten Platz in der Kategorie Health and Wellbeing erhalten die Forscher um Mizaikoff Zugang zu künftigen Industriepartnern, Unterstützung bei einer möglichen Ausgründung sowie ein Preisgeld in Höhe von 3.000 britischen Pfund (etwa 3.500 Euro).

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