PERSONALIA
Foto: Jan Henrich

Ausgezeichnete Tumortherapie

Charlotte Dahlem von der Universität des Saarlandes stellte in ihrer Doktorarbeit einen vielversprechenden neuen Ansatz für die Tumortherapie vor. Dafür erhielt sie den Preis der Hans- und Ruth-Giessen-Stiftung in Höhe von 25.000 Euro.

Forschungsgebiet der Diplom-Pharmazeutin, Apothekerin und Doktorandin der Pharmazeutischen Biologie sind die Makrophagen, sogenannte Fresszellen, die eindringende Viren und Bakterien vernichten, aber auch körpereigene Zellen, die sich unnormal verhalten. Allerdings gibt es in Tumoren auch den Makrophagen-Typ M2 (M2-Typ). Er wird von bestimmten Signalen der Tumorzellen umprogrammiert und beginnt, das Tumorwachstum zu unterstützen und die Immunabwehr zu schwächen. Charlotte Dahlem hat nun einen Naturstoff untersucht, der auf den Zellstoffwechsel wirkt und das Tumorwachstum hemmt. Thioholgamide A (ThioA) macht aus M2 wieder „gute“ Makrophagen, die Tumorzellen bekämpfen und die körpereigene Immunabwehr stärken.

Dahlem konnte als erste diese Wirkung von ThioA nachweisen – sowohl in der Petrischale als auch an Zebrafischembryonen. Der Naturstoff wird von Bakterien gebildet und stört das Zusammenspiel zwischen Tumorzellen und ihrer Mikroumgebung empfindlich. Dahlem möchte dieses Zusammenspiel weiter erforschen, um die Abläufe besser zu verstehen und weitere Schwachstellen der Tumore ausfindig zu machen.

Mit dem Preisgeld der Hans- und Ruth-Giessen-Stiftung sind nun Forschungsaufenthalte in den USA und in Schweden möglich. Dort möchte Dahlem neue Forschungsmethoden kennenlernen, um sie in Saarbrücken anzuwenden.

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