PERSONALIA

Balzan-Preise 2016 vergeben

Zu den diesjährigen Balzan-Preisträgern gehört Prof. Dr. Reinhard Jahn, Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen.

Jahn erhielt den renommierten italienischen Balzan-Preis im Bereich Molekulare und Zelluläre Neurowissenschaften Mitte November in Rom für seine wegweisenden Arbeiten zur molekularen Charakterisierung synaptischer Vesikel und der Rolle von Proteinkomplexen bei der Exozytose – einem sehr komplexen und dabei extrem schnell ablaufenden Prozess bei der Signalübertragung innerhalb des Nervensystems. Seine Forschungsergebnisse trugen in hohem Maße zu einem besseren Verständnis der molekularen Details dieses Prozesses bei.

Der Balzan-Preis gehört zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen. Er ist mit 750.000 CHF dotiert (etwa 685.000 Euro). Die Hälfte davon muss vom Preisträger in Forschungsprojekte von Nachwuchswissenschaftlern investiert werden. Eine Vorgabe, die bei dem Neurobiologen sicherlich auf große Zustimmung trifft, denn neben seiner wissenschaftlichen Arbeit hat er auch stets die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Blick. So konzipierte er unter anderem die Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften, Biophysik und molekulare Biowissenschaften und er ist Initiator der ersten International Max Planck Research School for Molecular Biology.

Jahn ist seit 1997 MPI-Direktor in Göttingen und wurde bereits mehrfach für seine Forschungsarbeiten zur Signalübertragung zwischen Nervenzellen ausgezeichnet: Er erhielt im Jahr 2000 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, 2006 den Ernst-Jung-Preis für Medizin, 2008 den Sir Bernard-Katz-Preis und 2014 den Heinrich-Wieland-Preis.

 © transkript.de/MaK Foto: David Ausserhofer