PERSONALIA
Foto: Alfred-Wegener-Institut/Kerstin Rolfes

Communicator-Preis 2018

Anfang Juli vergeben die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Stifterverband ihren mit 50.000 Euro dotierten Communicator-Preis. In diesem Jahr geht er an die Tiefseeforscherin Prof. Dr. Antje Boetius.

Boetius erforscht den Wandel der marinen Ökosysteme, speziell im Arktischen Ozean. Sie überzeugte die Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Experten durch ihr umfangreiches und vielseitiges Engagement, mit dem sie über ihre Forschungserkenntnisse über die Tiefsee und die Polarregionen informiert. Dafür nutzt sie die Medien – sowohl die klassischen als auch die neuen. Gemeinsam mit ihrem Vater Henning Boetius schrieb sie ein Sachbuch über das Abenteuer Tiefsee. Sie hält Vorträge vor verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen zum Thema „Mensch und Ozean – Chancen und Risiken des globalen Wandels“. Auf diesen Veranstaltungen stellt sie sich den Fragen und Bedenken ihrer Zuhörer. Denn der Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft, aber auch der Politik ist ihr ein wichtiges Anliegen.

Die Geomikrobiologin war Teilnehmerin zahlreicher meeresbiologischer Expeditionen, von denen sie auch etliche leitete, darunter zwei Expeditionen in die Arktis in den Jahren 2014 und 2016, über die in Dokumentationen und Medienbeiträgen berichtet wurde.

Ein weiteres wichtiges Thema liegt Boetius ebenfalls sehr am Herzen: die Karriere von Frauen in der Forschung. Diese unterstützt sie. Sie teilt ihre eigenen Erfahrungen und war immer wieder zu Gast bei Kinderuniversitäten und Veranstaltungen mit Jugendlichen oder Studierenden.

Antje Boetius ist seit November 2017 Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven und leitet die HGF-MPG-Brückengruppe für Tiefseeökologie und -Technologie am Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, außerdem lehrt sie als Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen. Für ihre Arbeit wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. So erhielt sie 2008 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis, 2014 den Wissenschaftspreis der Hector-Stiftung und im Frühjahr 2017 Jahres die Copernicus- sowie die Carl-Friedrich-Gauß-Medaille.

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