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Foto: EMBL Photolab

Deutscher Krebspreis 2019

Ende Februar wurde der Deutsche Krebspreis vergeben. Zu den vier Ausgezeichneten gehört Prof. Dr. Ugur Sahin, Mitgründer und CEO der Mainzer BioNTech AG.

Sahin, der außerdem Direktor des TRON – Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie Leiter einer onkologischen Forschungsgruppe an der Universität Mainz ist, erhielt den Deutschen Krebspreis in der Kategorie Translationale Forschung für seine Arbeiten zu individualisierten Krebsimmuntherapien. Dabei konzentriert er sich auf die spezifischen Krebsmerkmale von Patienten, um darauf zugeschnittene mRNA-basierte Impfstoffe zu entwickeln. Diese sollen das patienteneigene Immunsystem gegen den Krebs stärken. Das Besondere an dieser Methode ist ihre universelle Einsetzbarkeit bei unterschiedlichen Krebsarten. Zurzeit sind einige dieser Immuntherapien in der klinischen Prüfung. So zeigten Ergebnisse einer Phase I-Studie an Hochrisikopatienten mit Melanom im Endstadium starke Immunantworten und eine vielversprechende Antitumoraktivität.

Neben Sahin wurden drei weitere Wissenschaftler geehrt: Prof. Dr. Michael Platten (DKFZ, Heidelberg; Universitätsmedizin Mannheim) arbeitet an neuartigen immuntherapeutischen Verfahren zur Behandlung von Gliomen. Dafür erhielt er die Auszeichnung in der Kategorie Klinische Forschung. Den Deutschen Krebspreis für Experimentelle Forschung teilen sich zwei Wissenschaftler vom Deutschen Krebskonsortium DKTK an der TU München, Klinikum rechts der Isar. Prof. Dr. Roland Rad und Prof. Dr. Dieter Saur entwickelten mit Hilfe von Mausmodellen genetische Technologien, mit denen das Erbgut systematisch nach Tumorgenen abgesucht werden kann, um diese dann gezielt zu manipulieren. Außerdem konnten sie nach jahrelanger gemeinsamer Forschung im vergangenen Jahr erstmals nachweisen, dass sich die Zahl fehlerhafter Kopien des Krebsgens KRAS auf die Eigenschaften von Bauchspeicheldrüsentumoren auswirkt.

Der Deutsche Krebspreis gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen in der deutschen Krebsmedizin. Er ist in jeder Kategorie mit 7.500 Euro dotiert und wird von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung vergeben.

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