PERSONALIA
Foto: Jutta Jung/DKFZ

Deutscher Krebspreis 2020

Auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin Mitte Februar gehörte Prof. Dr. Andreas Trumpp zu den Forschern, die mit dem Deutschen Krebspreis ausgezeichnet wurden.

Trumpp, der am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg die Abteilung Stammzellen und Krebs leitet und Gründungsdirektor des Heidelberger Instituts für Stammzell-Technologie und Experimentelle Medizin (HI-STEM gGmbH) ist, wurde in der Sparte Experimentelle Forschung ausgezeichnet. Die Ergebnisse seiner Arbeiten hätten maßgeblich zum besseren Verständnis von Krebserkrankungen beigetragen. So konnte er gemeinsam mit seiner DKFZ-Kollegin Dr. Marieke Essers nachweisen, dass sich Blut-Stammzellen im Knochenmark vor schädigenden Umwelteinflüssen schützen, indem sie in einen "Schlafzustand" fallen. Kommt es zu einer Infektion oder einer anderen Störung, beginnen sie wieder mit der Zellteilung und produzieren rote und weiße Blutkörperchen. Dieser "Schlafzustand" ist auch der Grund für Resistenzen gegen Krebsmedikamente oder Chemotherapien, denn diese wirken nur auf teilungsaktive Zellen. Eine Behandlung mit dem Immunbotenstoff alpha-Interferon vor der eigentlichen Therapie weckt die schlafenden Stammzellen auf und macht sie so angreifbar für Chemotherapien. Trumpp stieß bei seinen Forschungen auch auf Krebsstammzellen, die zum Beispiel bei Brustkrebs zur Metastasenbildung führen und er fand gemeinsam mit seinen Kollegen heraus, dass Leukämie-Stammzellen ein Zielmolekül der natürlichen Killerzellen von ihrer Oberfläche entfernen, so dass das Immunsystem sie nicht mehr erkennen kann.

Der Deutsche Krebspreis wird jährlich in drei Kategorien vergeben. Für den Transfer experimenteller Forschungsergebnisse in den klinischen Bereich wurde Prof. Dr. Rita Schmutzler vom Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs an der Universitätsklinik Köln ausgezeichnet. Prof. Dr. Andreas du Bois von den Evangelischen Kliniken Essen-Mitte erhielt den Preis für klinische Forschung im Bereich Tumordiagnostik und -behandlung. Das Preisgeld beträgt jeweils 7.500 Euro.

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