PERSONALIA
Foto: EMBL

Edith Heard neue EMBL-Generaldirektorin

Anfang Januar übernahm mit Prof. Dr. Edith Heard erstmals eine Frau die Leitung des European Molecular Biology Laboratory (EMBL). Ihre Wahl erfolgte einstimmig durch den internationalen EMBL-Rat.

Heard folgte auf Iain Mattaj, der die Position in den vergangenen 14 Jahren inne hatte. Die in London geborene Molekularbiologin kommt vom Institut Curie in Paris, wo sie die Abteilung Genetik und Entwicklungsbiologie leitete. 2012 folgte sie dem Ruf auf eine Professur am Collége de France. Diese Lehrtätigkeit wird sie auch weiterhin ausüben.

Nach ihrem Studium hatte sie am Imperial College in London begonnen, wo sie 1990 auf dem Gebiet der Krebsforschung promovierte. Heards wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die X-Chromosomen-Inaktivierung bei Frauen. Diese haben zwei X-Chromosomen, von denen eines während der Entwicklung abgeschaltet wird, um ein doppeltes Ablesen zu vermeiden. Gemeinsam mit ihrem Team konnte die 53-Jährige zeigen, wie dynamisch der Prozess abläuft und wie divers er im Laufe der Evolution war. Für ihre Arbeit gab es etliche Preise, zuletzt im Jahr 2017 den Inserm Grand Prix und den Preis der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik. Ihre Forschungsarbeit wird sie am EMBL mit ihrer Arbeitsgruppe fortführen. Die Wissenschaftler konzentrieren sich dabei darauf, wie Chromatin und Chromosomenorganisation auf die Genregulation wirken.

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