PERSONALIA
Foto: EMBL

Familie-Hansen-Preis 2019

Die Molekularbiologin und EMBL-Generaldirektorin Prof. Dr. Edith Heard erhält Ende Oktober in Leverkusen den mit 75.000 Euro dotierten Familie-Hansen-Preis 2019.

Heard, seit Januar 2019 die erste Frau an der Spitze des European Molecular Biology Laboratory EMBL in Heidelberg, beschäftigt sich mit der Genregulation. Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die X-Chromosomen-Inaktivierung bei weiblichen Säugetieren. Diese haben zwei X-Chromosomen, von denen eines während der Entwicklung abgeschaltet wird, um ein doppeltes Ablesen zu vermeiden. Heard und ihre Kollegen entdeckten unter anderem den molekularen Mechanismus des Vorgangs und konnten zeigen, wie dynamisch der Prozess abläuft und wie divers er im Laufe der Evolution war. Schwerpunkt ihrer Forschungen am EMBL ist die Wirkung von Chromatin und Chromosomenorganisation auf die Genregulation.

Die in London geborene Molekularbiologin leitete vor ihrem Wechsel nach Heidelberg im Januar dieses Jahres die Abteilung Genetik und Entwicklungsbiologie am Institut Curie in Paris. 2012 war sie dem Ruf auf eine Professur am Collége de France gefolgt. Diese Lehrtätigkeit übt sie auch weiterhin aus. Nach ihrem Studium hatte sie am Imperial College in London begonnen, wo sie 1990 auf dem Gebiet der Krebsforschung promovierte.

Mit dem Familie-Hansen-Preis würdigt die Bayer Science & Education Foundation Heards wegweisende Forschungsergebnisse im Bereich der Epigenetik. Für ihre Arbeit erhielt sie bereits etliche Preise, zuletzt im Jahr 2017 den Inserm Grand Prix und den Preis der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik.

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