PERSONALIA
Foto: Schering Stiftung

Friedmund Neumann Preis

Weil er eine unbekannte entzündungshemmende und gefäßschützende Wirkung der körpereigenen Inkretinhormone nachweisen konnte, wurde der Mediziner Dr. Florian Kahles mit dem Friedmund Neumann Preis der Schering Stiftung geehrt.

Die körpereigenen Inkretine sind an der Regulation des Blutzuckerspiegels beteiligt. Sie werden in der Darmschleimhaut nach der Nahrungsaufnahme produziert. Kahles konnte aber auch zeigen, dass die Inkretine bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hochreguliert werden. Dabei entfalten sie eine schützende Wirkung und verringern entzündliche Prozesse. So ist eine Verbesserung der Herzfunktion möglich. Die Ergebnisse seiner Grundlagenforschung decken sich mit den Ergebnissen großer klinischer Studien. Der Klinikarzt und Forscher will als nächstes die molekularen Mechanismen der Wechselwirkung zwischen der Inkretinhormonsekretion und Darm-Immunzellen zu untersuchen.

Der mit 10.000 Euro dotierte Friedmund Neumann Preis der Schering Stiftung wird jährlich für herausragende Nachwuchswissenschaftler vergeben, die durch ihre Arbeit in der humanbiologischen, organisch-chemischen oder humanmedizinischen Grundlagenforschen auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kahles studierte Medizin und begann im Jahr 2011 als Doktorand am Universitätsklinikum Aachen. 2015, nach seiner Promotion begann er in der Kardiologie des Klinikums. Zwei Jahre später ging er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Harvard University in Boston. Seit seiner Rückkehr nach Aachen im April 2020 übernahm er die Leitung einer eigenen Arbeitsgruppe. Gleichzeitig ist er auch wieder in de Kardiologie des Uniklinikums tätig.

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