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Foto: Merck KGaA

Future Insight Prize 2020

In der Kategorie Multidrug Resistance Breaker erhält Prof. Dr. Stephan Sieber (TU München) den diesjährigen Future Insight Prize 2020, der mit 1 Mio. Euro dotiert ist.

Sieber forscht auf dem Gebiet der Antibiotikaresistenzen, einem der drängendsten Probleme der Menschheit. Jährlich sterben 700.000 Menschen pro Jahr an Komplikationen, die durch antibiotikaresistente Bakterien hervorgerufen werden. Eines seiner Forschungsprojekte dreht sich um den vielversprechenden antibakteriellen Wirkstoff PK150. Die Wissenschaftler modifizierten den Wirkstoff Sorafenib, ein zugelassenes Krebsmedikament, das gegen MRSA aktiv ist. Es entstand das Molekül PK150, das zehnmal wirksamer gegen MRSA ist als die Ausgangssubstanz. Die Arbeitsgruppe um Sieber, der in München organische Chemie lehrt, entdeckte zwei Wirkungsweisen von PK150. Er behindert den bakteriellen Energiestoffwechsel und verstärkt die Funktion einer Signal-Peptidase, was zur Zerstörung der Bakterien führt. Das nächste Ziel der Münchener Wissenschaftler ist es, den Wirkstoff zu optimieren und in eine klinische Entwicklungsphase zu bringen.


Für seine herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet erhielt Sieber nun den mit 1 Mio. Euro dotierten Future Insight Prize, den die Merck KGaA jährlich vergibt. Er geht an „ambitionierte Traumprodukte“ in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Energie. Merck unterstützt damit die Entwicklung neuer Schlüsseltechnologien und bahnbrechender wissenschaftliche Erkenntnisse. Das Unternehmen hatte kürzlich mit anderen Unternehmen einen neuen Förderfonds für die Entwicklung neuer Antibiotika ins Leben gerufen.

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