PERSONALIA
Foto: Micheline Pelletier

Heinrich-Wieland-Preis 2018

Prof. Dr. Pascale Cossart wurde Ende November in München mit dem Heinrich-Wieland-Preis der Boehringer Ingelheim Stiftung geehrt.

Das Forschungsgebiet der französischen Wissenschaftlerin sind Bakterien, vor allem die Lebensmittelkeime Listerien. Sie können zu lebensgefährlichen Erkrankungen wie Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung führen. Durch Kombination von Methoden der molekularen Biologie und der Zellbiologie mit denen der Bakteriengenetik konnten Cossart und ihre Kollegen herausfinden, wie Bakterien wichtige Schutzvorrichtungen des Körpers überwinden, in menschliche Zellen eindringen und wie sie sich in infizierten Zellen fortbewegen. Außerdem entdeckte Cossart in Listeria Monocytogenes ein RNA-Molekül , das Wirtszellen infiziert, sobald der Keim Körpertemperatur erreicht hat. Dieser „Schalter“ wird von Bakterien häufiger eingesetzt als bisher gedacht, könnte also ein neuer Ansatz in der Antibiotikaentwicklung sein. Ihre jüngsten Arbeiten beschäftigten sich damit, wie Listerien mit Hilfe von Giften Zellen umprogrammieren können.

Cossart forscht seit 1977 am Institut Pasteur in Paris. 1997 erhielt sie dort eine Professur. Sie leitet die Abteilung Bakterien-Zell-Interaktion im Bereich Zellbiologie und Infektionen. Ihre wissenschaftliche Arbeit ist die Grundlage für zahlreiche Entdeckungen auf dem Gebiet infektiöser Bakterien und deren Bekämpfung. Darum gilt sie als Wegbereiterin der molekularen Infektionsbiologie.

Der Heinrich-Wieland-Preis ist mit 100.000 Euro dotiert und wird von der Boehringer Ingelheim Stiftung seit 1964 jährlich vergeben. Er wurde benannt nach dem Chemiker und Nobelpreisträger Heinrich Otto Wieland.

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