PERSONALIA
Foto: Alzheimer Forschung Initiative

Helga-Steinle-Preis

Dr. Gaye Tanriöver will besser verstehen, wie Mikrogliazellen und eine Erkrankung an Alzheimer zusammenhängen. Ihr Forschungsprojekt wird durch den Helga-Steinle-Preis sowie die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) mit insgesamt 50.000 Euro gefördert.

Mikrogliazellen übernehmen normalerweise die Beseitigung des Proteinmülls im menschlichen Gehirn. Funktionieren sie nicht korrekt, kann es zur Alzheimer-Krankheit kommen. Tanriöver, die am Universitätsklinikum Tübingen und am Hertie Institut für klinische Hirnforschung arbeitet, will diesen Zusammenhang genauer untersuchen. Dafür arbeitet sie mit einem Modell, für das organähnliche Gewebestrukturen aus gentechnisch veränderten menschlichen Hautzellen gezüchtet werden. Durch die genetische Veränderung haben diese induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) ein erhöhtes Risiko für die Alzheimer-Krankheit. Die Zugabe spezieller Wachstumsfaktoren führt zur Entwicklung verschiedener Gehirnzellen, darunter auch Mikrogliazellen. Mit Hilfe eines hochauflösenden Mikroskops will die Tübinger Forscherin live beobachten, wie die Mikrogliazellen auf krankhafte alzheimertypische Ablagerungen reagieren. Sie hofft, dass ihre Erkenntnisse zu neuen Therapiemöglichkeiten führen werden.

Der Helga-Steinle-Preis wird von der Helga und Dieter Steinle-Stiftung vergeben, die 2017 vom Ehepaar Steinle unter dem Dach der AFI gegründet wurde. Er ist mit 30.000 Euro dotiert. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V., nach eigenen Angaben der größte private Förderer der Alzheimer-Forschung in Deutschland, unterstützt Gaye Tanriöver mit weiteren 20.000 Euro.

 

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