PERSONALIA

Hirnforscher mit bester Veröffentlichung

Prof. Dr. Robert Gütig veröffentlichte im März 2016 seine Forschungsergebnisse zu Lernvorgängen in neuronalen Netzen im Wissenschaftsmagazin Science und wird nun für die beste Veröffentlichung des Jahres geehrt.

Der Neurowissenschaftler, Jahrgang 1974, leitet seit 2011 eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen. Er hatte herausgefunden, wie Nervenzellen lernen, Sinnesreize mit Ereignissen zu verknüpfen, die noch bevorstehen, um dann der Situation entsprechend zu reagieren. Gütig nutzte dazu Computersimulationen und programmierte ein Netzwerk aus Nervenzellen, das wie ein biologischer Zellverband auf Reize reagiert und lernen kann, die Reize zu erkennen, die das künftige Ereignis vorhersagen. Dieses Lernschema kann aber nicht nur zur Erklärung neurobiologischer Prozesse herangezogen werden, sondern auch für die Entwicklung von Programmen zur computergestützten Spracherkennung. Außerdem stellt Gütigs prämierte Science-Veröffentlichung eine neue Lernarchitektur vor, durch die neuronale Netze auch Strukturen ihrer Umgebungsreize erkennen, wenn sie keine Rückmeldung erhalten. Der Newcomb-Cleveland-Preis der American Association for the Advancement of Science (AAAS) wird seit 1923 für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Er ist mit 25.000 US-Dollar dotiert.

 © transkript.de/MaK Foto: Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin