PERSONALIA

Körber-Preis 2016

Im September wird dem niederländischen Biologen und Medizin Prof. Dr. Hans Clevers der mit 750.000 Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2016 verliehen.

Geehrt wird der 59-Jährige für das von ihm entwickelte neue Standardverfahren zur unbegrenzten Vermehrung adulter Stammzellen, aus denen sich Mini-Organe, sogenannte Organoide, züchten lassen, die zum Beispiel für Medikamententests eingesetzt werden können. Das ermöglicht unter anderem die Auswahl einer spezifischen Chemotherapie für Krebspatienten. Vor wenigen Jahren war es Clevers bereits gelungen, Darm-Stammzellen von Mukoviszidose-Patienten mit der Genschere CRISPR/Cas9 zu korrigieren und daraus Organoide zu züchten, die den Gendefekt nicht mehr aufwiesen. Das Ziel von Clevers ist nun, diese Methode auch bei vererbten Leberschäden anzuwenden. Außerdem konnte er in Labormäusen nachweisen, dass reimplantierte Leber-Organoide Funktionen der Leber übernehmen können. Clevers leitet seit 2015 die Forschungsabteilung des Utrechter Princess Maxima Center, einer Spezialklinik für Kinderonkologie. Mit dem Preisgeld, das die 1959 gegründete Hamburger Körber-Stiftung zur Verfügung stellt, will er die Entwicklung einer Gentherapie vorantreiben. 

 © transkript.de/MaK Foto: Körber-Stiftung, Friedrun Reinhold