PERSONALIA
Foto: Körber-Stiftung/Friedrun Reinhold

Körber-Preis für Europäische Wissenschaft

Prof. Dr. Svante Pääbo war federführend an der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms beteiligt und gilt als Begründer der Paläogenetik. Nun erhält er für seine Pionierleistungen auf dem Gebiet den mit 750.000 Euro dotierten Körber-Preis für Europäische Wissenschaft.

Pääbo (63) ist seit 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Mit seinem Team war es ihm 2010 nach vielen Jahren aufwendiger Forschung gelungen, eine erste Version des Neandertalergenoms aus mehr als zehntausend Jahre alten Knochen zu isolieren und zu analysieren. Daraus ließ sich zum Beispiel ableiten, dass moderne Menschen und Neandertaler vor etwa 50.000 Jahren Nachwuchs zeugten und Afrika Richtung Europa und Asien verließen. Vier Jahre später gelang die beinahe komplette Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms, was den Vergleich mit den Genomen heutiger Menschen möglich machte. Zwei Jahre zuvor hatten die Forscher eine unbekannte Urmenschen-Gruppe in der Denisova-Höhle im Altai-Gebirge gefunden – entfernte Verwandte des Neandertalers, die Denisova-Menschen. Nun wollen die Wissenschaftler sich auf noch ältere DNA und DNA aus Gebieten, in denen ein feuchtes und heißes Klima vorherrscht, konzentrieren.

Seit 1985 verleiht die Körber-Stiftung den Preis an herausragende Forscher aus den Natur- oder Lebenswissenschaften, die zu einem Durchbruch auf ihrem Gebiet beigetragen haben. Die festliche Preisübergabe an Svante Pääbo erfolgt Anfang September in Hamburg.

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